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Concept Map

Wissen strukturiert darzustellen, kann Dich vor große Herausforderungen stellen. Die Kernfrage lautet: Wie lässt sich möglichst viel Wissen ohne Verlust von Übersichtlichkeit abbilden? Ein Ansatz ist die Concept Map, die vor allem zur Darstellung und Organisation von Wissen verwendet wird. Wir zeigen Dir, wie es geht.

Entstehung und Anwendungsgebiete

Die Concept Map wurde 1972 von dem amerikanischen Wissenschaftler Joseph Novak entwickelt und hat seinen Ursprung im Konstruktivismus der Lernpsychologie. Dieser Ansatz besagt, dass der Lernerfolg in Abhängigkeit zu dem Vorwissen und den Erfahrungen steht. Informationen in unserem Gehirn sind miteinander verknüpft und bilden ein Netzwerk aus Gedanken und Begriffen. Die Methode des Concept Mapping greift auf vorhandenes Wissen zurück und stellt es als Netzwerk dar. Die Verwendung einer Concept Map hat sich vor allem bei folgenden Anwendungsfeldern bewährt:

  • Wissen darstellen
  • Fakten und Zusammenhänge lernen
  • Zusammenhänge grafisch darstellen.
  • Wissen in Gruppenarbeit generieren
  • Informationen für eine wissenschaftliche Arbeit sammeln und strukturieren
  • Gruppendiskussionen festhalten und analysieren.



Unterschiede zwischen Clustering und Concept Map

Wie bei dem Clustering ist auch bei dem Anfertigen einer Concept Map eine Kernfrage bzw.  ein Thema der Ausgangspunkt. Wie wir in unserem Beitrag über Clustering dargestellt haben, wird bei der Anwendung des Clusterings in der Regel ein Begriff zentral in die Mitte eines Blattes geschrieben und von diesem ausgehend weitere Begriffe abgeleitet. Setzt man dagegen auf die Methode des Concept Mappings, so existieren mehrere Oberbegriffe. Besonders hervorzuheben ist, dass Clustering spontanen Eingebungen folgt und man allen Gedanken nachgeht und diese Ideen festhalten soll. Das Ergebnis einer Concept Map entspringt dagegen einem analytischen Denkprozess.

Vorgehensweise zur Erstellung einer Concept Map

Da eine Concept Map ein komplexes Konstrukt ist, empfiehlt es sich, systematisch vorzugehen. Die nachfolgende Schritt-für-Schritt Beschreibung hilft Dir dabei:

  1. Beschränke dich auf das Wichtigste und die zentralen Begriffe
  2. Achte auf eine strukturierte Anordnung der Begriffe, damit ein visuell leicht zu verstehendes Gesamtbild entsteht.
  3. Umrahme die Zentralbegriffe
  4. Die Begriffe sind durch Pfeile miteinander zu verbinden, um die Zusammenhänge zu visualisieren. Die Anzahl der Pfeile die von einem „Kasten“ abgehen bzw. ankommen sind nicht begrenzt
  5. Die Pfeile müssen beschriftet werden, da dies ein Kernmerkmal einer Concept Map ist. Beschrifte den Pfeil entweder mit einem Verb oder einem Halbsatz, aber nie mit einem ganzen Satz oder einem Substantiv. Die Pfeilrichtung gibt die Verbindungsrichtung der beiden Begriffe an. Bei beidseitiger Pfeilrichtung bedenke, dass die Beschriftung ebenfalls in beide Richtungen Sinn ergeben muss.

Wenn Du beispielsweise ein Referat über „Storytelling“ halten musst, könntest Du zur Vorbereitung eine Concept Map erstellen. Hier siehst Du unser Ergebnis:

Concept_Map

Concept Map für ein Referat zum Thema Storytelling

Verschiedene Varianten einer Concept Map

Eine Concept Map lässt sich in verschiedenen Varianten erstellen. Wenn sich Oberbegriffe und Unterbegriffe identifizieren lassen, kann eine hierarchische Anordnung sinnvoll sein.

Hirachichle_concept_map

Concept Map mit hierarchischer Anordnung

Im Sinne von Flussdiagrammen kann eine Concept-Map auch Prozesse mit Input und Output abbilden.



System_Concept_Map

Concept Map als Flussdiagramm

Eine einfache Variante wäre das Spinnennetz, bei dem die Pfeile einen Zentralbegriff mit zugehörigen Begriffen verbinden.

Spinnennetz

Concept Map als Spinnengrafik

Softwarelösungen

Da es sich die Erstellung einer Concept Map mit Papier und Bleistift oft schwierig gestaltet, gibt es diverse Softwarelösungen, die ein komfortables Arbeiten ermöglichen, da auch nachträgliche Korrekturen möglich sind. Ein einfaches Programm, das zwar nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik ist, aber für Anwendungen im Studium vollkommen ausreichend ist, heißt cmap. Das Spinnendiagramm haben wir z.B. mit cmap erstellt.

Für komplexere und professionellere Aufgaben kann iModler benutzt werden.

Um herauszufinden, ob die Concept Map für Dich geeignet ist und Du damit klarkommst, gibt es nur einen Weg: Einfach mal ausprobieren.

 

Bildnachweis: Beitragsbild: Der schauderhaft schöne Schnee von  Martin Muller unter CC BY 2.0 | Concept Map mit hierarchischer Anordnung | Concept Map als Flussdiagramm | Concept Map für ein Referat zum Thema Storytelling: Ann Hildebrandt | Concept Map als Spinnengrafik: Uwe Manschwetus

 

Autor:

Prof. Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Wissenschaftliches Arbeiten und Digitales Marketing sind zwei Schwerpunkte seiner Arbeit.

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