Suche
Suche Menü

Mehr Erfolg im Beruf mit strategischer Karriereplanung – Teil 3

human resources

So entwickeln Sie Ihre Karrierestrategie

Bringen Sie nun die Grundsätze der Planung und des Marketings zusammen. Einerseits die Planung: Ihre Karriereplanung besteht aus der Bestimmung einzelner Etappen. Dabei berücksichtigen Sie Ihre Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken der Umwelt.

Andererseits das Marketing: Ihr Produkt ist Ihr Lebenslauf. Ob er attraktiv ist, entscheiden die Unternehmen als Ihre Kunden. Je attraktiver er zurzeit ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Ihrer Firma befördert werden oder die nächste Etappe durch Firmenwechsel erreichen. Mit jedem Karriereschritt aber verbessert sich Ihr Produkt, wenn Sie dadurch Kenntnisse und Erfahrungen sammeln, die – im Sinne von späteren Anforderungen – relevant für Ihre weiteren geplanten Etappen sind.

Die Planung Ihrer Karriere und die kontinuierliche Verbesserung Ihres Produkts sind also zwei Seiten derselben Medaille. Bei Ihrer Karriereplanung, also bei der Gestaltung Ihres Lebenslaufs, müssen Sie die Anforderungen der Firmen bei den jeweiligen Etappen berücksichtigen. Für jedes dieser Etappenziele gilt es herauszufinden, welche Kenntnisse und Erfahrungen Unternehmen Ihrer Spezialisierungsrichtung – Ihr derzeitiger Arbeitgeber genauso wie andere Unternehmen – an Bewerber stellen. In der Summe ergeben diese Karriereschritte inklusive der dazu notwendigen Voraussetzungen das Kompetenzprofil, das Sie für den von Ihnen langfristig angestrebten Job benötigen.

Noch einmal zusammengefasst: Orientieren Sie sich bei Ihrer Karriereplanung und bei der Realisation Ihres Berufswegs – also bei den Positionen, auf die Sie sich bewerben und die Sie letztlich besetzen – auch immer an den Anforderungen potentieller späterer Arbeitgeber.

Die konkreten Anforderungen an eine bestimmte Position hängen natürlich von der genauen Definition dieser Position und von der Branche ab. Studieren Sie aufmerksam Stellenanzeigen. Sie werden feststellen, dass Firmen  in einer Branche für bestimmte Positionen, etwa Verkaufsleiter oder Leiter Rechnungswesen, meist sehr ähnliche Anforderungen haben.

Die kurzfristige und die langfristige Sicht. Wenn Sie kurzfristig den nächsten Karriereschritt machen wollen, müssen sie – ausgehend von Ihrem jetzigen Leistungsangebot – Ihren Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf die Anforderungen der nächsten Etappe bestimmen. Kurzfristig macht es nur Sinn, sich auf Jobs zu bewerben, deren Anforderungen Ihrem Leistungsangebot entsprechen. Dieses ist das Ergebnis Ihrer bisherigen Spezialisierung und umfasst Ihre heutigen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen.

Langfristig gesehen haben Sie es in der Hand, was Sie aus Ihrem Lebenslauf machen, das heißt wie Sie Ihr Kompetenzprofil gestalten. Mit Blick auf die Anforderungen der nächsten und weiterer Karrierestufen können Sie Ihr Angebot verbessern, indem Sie bestimmte Berufserfahrungen sammeln und sich auf fachlichem und überfachlichem Gebiet weiterbilden.

Gutes Selbstmarketing und sich gut selbst verkaufen sind zwei Paar Schuh. Eine Firma macht gutes Marketing, wenn sie ein Produkt entwickelt und anbietet, das die Wünsche ihrer Kunden optimal erfüllt. Mit dem Entwickeln allein ist es aber nicht getan. Sie muss das fertige Produkt auch an die Kunden verkaufen. Je mehr es genau den Wünschen und Vorstellungen ihrer potentiellen Kunden entspricht, desto weniger Probleme werden die Vertriebsmitarbeiter der Firma haben, das Produkt auch zu verkaufen. Ein Produkt hingegen, das die Kunden nicht wollen, wird auch ein guter Verkäufer nur schwer an den Mann bringen. Der Verkauf an sich ist dabei im Gegensatz zum Marketing ein kurzfristiger Prozess: Dem Kunden wird das Produkt angeboten und er entscheidet, ob er es kauft oder nicht.

Genau das Gleiche passiert auf dem Arbeitsmarkt. Auf Basis Ihrer Karrierestrategie entwickeln Sie langfristig Ihr Produkt, dass heißt Ihren Lebenslauf beziehungsweise Ihr Kompetenzprofil, so dass es für Unternehmen attraktiv ist, weil es ihren Anforderungen entspricht. Kurzfristig müssen Sie dieses Produkt, also sich selbst mit Ihrem Profil, an einzelne Firmen verkaufen. Dieser Verkaufsprozess ist das Bewerbungsverfahren. Natürlich ist es wichtig, sich im Bewerbungsverfahren möglichst gut zu verkaufen. Aber ob Sie eine bestimmte Stelle letztendlich bekommen, hängt in erster Linie davon ab, wie attraktiv Ihr Profil ist.

Literatur:
Lürssen, Jürgen: So macht man Karriere. E-Book, Frankfurt/M./New York: Campus 2003

zu Teil 2
weiter mit Teil 4

 

Autor:

Jürgen Lürssen

Nach dem BWL-Studium und Promotion war Prof. Lürssen 17 Jahre lang erfolgreich im Marketing- und Vertriebsmanagement zweier großer Unternehmen der Chemie- und der Elektroindustrie tätig – zuletzt als Alleingeschäftsführer einer europäischen Vertriebsgesellschaft. Seit 1999 ist er Professor für Marketing und Vertrieb in Lüneburg – zuerst an der FH, seit 2005 an der Leuphana Universität. Im Campus Verlag erschienen von ihm drei Karriereratgeber, darunter der Bestseller Die heimlichen Spielregeln der Karriere – Wie Sie die ungeschriebenen Gesetze am Arbeitsplatz für Ihren Erfolg nutzen

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.