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Wissensmanagement mit iMapping

Dr. Heiko Haller

Danke Herr Dr. Haller, dass Sie sich die Zeit nehmen für ein Interview. Auf der Internetseite Wissenschafts-Thurm haben wir bereits Artikel zum Thema des Clusterings und des Concept Mappings verfasst und wollen nun von Ihrer Methode hören, dem iMapping.

Herr Dr. Haller, was hat Sie zu der Idee des iMappings gebracht?

(lacht) Bereits zu Abi-Zeiten fielen mir manche Dinge sehr leicht zu lernen und andere empfand ich schwieriger. Damals suchte ich den Grund bei den Lernmedien. Schon zu der Zeit habe ich mir gesagt, dass ich später bessere Lernmedien entwickeln möchte. Fast hätte ich dann Medientechnik oder -Informatik studiert, habe mich dann aber für Psychologie entschieden, da ich verstehen wollte, wie Menschen lernen und dachte mir, dass ich den technischen Teil auch nebenher lernen kann. Im Laufe meines Studiums habe ich mich dann statt Lernpsychologie auf Wissensmanagement spezialisiert. In meiner Diplomarbeit, die es auch kostenlos im Internet zum Nachlesen gibt, habe ich verschiedene Ansätze (Mind-Mapping, Concept Mapping und andere) verglichen und daraus entwickelte sich das Konzept zu einem neuen visuellen Verfahren, dem iMapping.  Nach meinem Abschluss habe ich ein bisschen rumgeschaut welche Institutionen welche Forschungsprojekte anbieten und bin dann bei dem Forschungszentrum für Informatik in Karlsruhe gelandet, da dort ein Forschungsprojekt in Planung war, was in dieselbe Richtung ging wie mein Ansatz. Daher ist das iMapping zunächst im Rahmen eines Forschungsprojekts entstanden und war als erster Prototyp seit 2009, kostenlos im Netz verfügbar. Allerdings erhielt ich so gutes Feedback, dass ich es nun professionell weiterführe.

Wie hat sich der Begriff iMapping entwickelt?

Mittlerweile assoziieren viele Leute das „i“ mit einem Produkt von Apple, aber mir kam der Gedanke zu der Zeit wo es noch nicht mit Apple in Verbindung gebracht wurde. Es gab 2003/2004 so eine Welle, wo alles mit einem „i“ war. Das „i“ war damals cool.  Was eigentlich niemand weiß, ist, dass das „i“ für integration steht – verschiedene Felder werden in übergeordneten Feldern integriert.

Herr Dr. Haller, wenn sie das iMapping kurz beschreiben und zusammenfassen sollten, was wäre Ihre Definition?

In wenigen Sätzen? Dann würde ich sagen, dass das iMapping eine Wissenslandkarte ist, die unendlich groß werden kann und trotzdem Übersicht bietet. Das iMapping vereint die folgenden Vorteile: die Einfachheit einer Pinnwand (Man muss sich nicht überlegen an welcher Stelle man einen Punkt genau hin haben will, man kann ihn einfach irgendwo anheften), eine hierarchische Ordnung wie Mind Maps und wie Concept Maps Beziehungen und Zusammenhänge abbilden zu können. Außerdem, wie bereits gesagt, können die erstellten Maps beliebig groß werden und bieten selbst bei tausenden von Einträgen noch Übersicht. Als kleiner Zusatz um den Vergleich zu den Mind Maps oder Concept Maps zu ziehen: Diese fangen ab ca. 50 Knoten an unübersichtlich zu werden. Bei 100 Knoten wird es echt schwierig. Genau da geht iMapping weiter.

iMap über iMapping

iMapping und verwandte Tools

Wenn Sie Ihre derzeitigen Kunden beschreiben sollten, welche Zielgruppe benutzt Ihr iMapping Tool?

Ich kann meine derzeitigen Kunden in drei Gruppen unterteilen. Zum einen Berater, das sind Projektmanagementberater oder Strategieberater, die einen Überblick über ihre vielen Projekte benötigen, die gleichzeitig laufen. Außerdem gehören Manager dazu, das ist ganz unterschiedlich von Kleinunternehmern, Bürgermeister oder IT-Manager. Und nicht zuletzt Wissenschaftler. Der Kreis umfasst sowohl Studenten, Doktoranden oder Professoren, die ein Forschungsthema strukturieren. Grundsätzlich ist es für alle interessant, die sich über längere Zeit Wissen zu einem Thema erarbeiten und nach und nach die persönliche Wissensbasis weiter ausbauen.

Wofür könnten denn unsere Studenten das iMapping Tool verwenden?

iMapping wird für ganz unterschiedliche Anwendungsfelder genutzt. Manche benutzen es als Startportal, quasi als Übersicht um dann von dort aus einzelne Dateien zu öffnen oder als Ablagewerk für Ansammlung von Wissen. Ich habe von einem Student mal ein Beispiel erhalten, indem er all seine Studienfächer in einer riesen großen Map zusammengefasst hat und Folien von seinen Professoren mit eingefügt hat. Sein Verwendungsfeld war das spezifische Lernen, denn er hat alles zusammengefasst, was er brauchte. Da sich das iMapping Tool auch bei Projektmanagern bewährt hat, bietet sich die Nutzung bei Projektarbeit an. Vielen hilft es nicht zuletzt beim Strukturieren ihrer Bachelor- oder Masterarbeiten. Die Möglichkeit, zu verschiedenen Themen eine eigene Anordnung zu erschaffen, erleichtert das Strukturieren und Ablegen von gesammelten Informationen. Man hat alles an einem Ort und hat einen guten Überblick.

Für welche Zwecke würden Sie unseren Studenten die Nutzung der iMapping Software nicht empfehlen?

Viele ziehen in einigen Situationen Stift und Papier vor: Weil es noch einfacher ist, wenn sie mehr Freiheit in der Darstellung brauchen, oder wenn sie gerade keine Lust auf Technik haben. Glücklicherweise kann man das Resultat ja z.B. mit dem Smartphone abfotografieren und als Bild in eine iMap übernehmen.

Ein anderer Bereich sind Aufgaben: iMapping ist zwar hilfreich, wenn man den Überblick über die Aufgaben sucht, wenn es z.B. darum geht, wie einzelne Aufgaben voneinander abhängen und so. Aber um die alltäglichen Aufgaben zu sammeln, planen und abzuarbeiten, sind To-Do Manager hilfreich, die auch mit dem Smartphone synchronisieren. (Ich benutze „Things“.) Später wird iMapping aber auch für Aufgabenmanagement ausgebaut werden.

Was sollte man über das iMapping Tool wissen?

Die aktuelle Version des iMapping Tools ist nicht wirklich auf Kollaboration ausgelegt. Man kann nicht zu mehreren gleichzeitig an derselben Map arbeiten ohne diese zu überschreiben. Mit Hilfe von Dropbox kann man zwar immerhin kollaborativ arbeiten, aber man muss sich zeitlich absprechen – nicht dass zwei gleichzeitig dieselbe Map ändern. Geplant ist schon, dass man Inhalte mit verschiedenen Leuten sharen und in Echtzeit kollaborieren kann. Aber da arbeiten wir noch dran.

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iMapping schafft Übersicht

Sie bieten verschiedene Versionen an, wo liegen die Unterschiede und was müssen Studenten tun, um die vergünstigte Version zu erhalten?

Die Versionen sind vom Funktionsumfang gleich. Bei der „Professional-Lizenz“ ist der Unterschied, dass man direkten Support erhält. Das heißt, dass ich Einführungsseminare gebe und Problemlösungen anbiete.
Die „Standard- Lizenz“ und die „Studentenlizenz“ unterscheiden sich nur im Preis. Um die iMapping Software kostengünstig zu erhalten brauche ich einen Nachweis, sodass ich erkennen kann, dass die Person derzeit Student oder Schüler ist. Am besten einfach eine E-Mail schicken an verkauf@imapping.info und die E-Mail von der E-Mail Adresse der Hochschule los schicken oder den Imma-Bescheid abfotografieren oder irgendein Nachweis, der mir zeigt, dass ihr Student seid.

Ihren FAQ’s kann man entnehmen, dass derzeitig keine Apps für Apple oder Android Endgeräte existieren. Ist dies in Planung?

Richtig, momentan ist das iMapping Tool eine reine Desktop Software. Viele wünschen sich zwar, dass man die Software auch im Browser öffnen kann, allerdings wollen andere wiederum nicht, dass sensible Daten ihren Computer verlassen. Früher oder später wird man iMaps oder Teile daraus auf jeden Fall zumindest optional ins Web exportieren können. Dann sind sie auch mobil verfügbar. Ich würde am liebsten alles sofort einbauen (lacht), aber leider braucht das seine Zeit. Einziger Trick für heute: Map in ein PDF drucken und per Dropbox aufs Handy.

Welchen Rat würden Sie unseren Studenten noch mitgeben?

Erstens: Lernt Englisch – man kommt wirklich nicht ohne aus. Zweitens: Schreibt früh genug alles mit, was ihr später noch braucht und zwar so strukturiert, dass ihr es dann auch wieder findet!

Danke sehr Herr Dr. Haller!

Sehr gerne und wenn jemand Fragen hat oder Probleme mit der Software, dann könnt ihr auch ganz einfach das Problem auf unserer Facebook Seite posten und wir werden helfen.

 

Autor:

Ann Hildebrandt

Ann Hildebrandt studierte International Business Studies an der Haaga-Helia Ammattikorkeakoulu und der Hochschule Harz in Wernigerode.

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