Wirtschaft

Der perfekte Tagesausflug in Schöningen: Besucherlenkung zwischen der Stadt Schöningen und dem paläon

Annika Meusel, Maike Tischer und Jessica Wagenlehner haben im Rahmen des Kooperationsprojekts touristisch attraktive Pakete für einen Tagesausflug in die Stadt Schöningen erarbeitet. Dazu haben sie Studierende der Hochschule Harz befragt. Teil 5 Projekt Besucherlenkung Stadt Schöningen und paläon.

Nutzen von Angeboten und Aktivitäten wird mittels ACBC-Analyse ermittelt

Für die Ermittlung des perfekten Tagesausflugs führte das Projektteam eine ACBC-Analyse, die eine Unterform der Conjoint-Befragung darstellt, durch. Mit Hilfe dieser Analyseform ist es möglich, präferierte Pakete aus touristischen Angeboten und Aktivitäten für die Stadt Schöningen herauszuarbeiten. Dafür ist es vorab notwendig, die Angebote und Aktivitäten der Stadt Schöningen sinnvoll zu ordnen und für jedes dieser sogenannten Merkmale spezifische Auswahlmöglichkeiten (Ausprägungen) zu definieren. Ein Merkmal ist beispielsweise „aktive Touren“, bei dem zwischen den Ausprägungen „Fahrradtouren“, E-Bike-Touren“, „Wandern im Elm“, „Disc-Golf“ oder „keine Alternative“ gewählt werden kann. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, besteht die Stichprobe fast ausschließlich aus Studierenden und kann somit nicht als repräsentativ für paläon-Besucher angesehen werden. Deshalb sind die Ergebnisse lediglich exemplarisch zu interpretieren.

Der perfekte Tagesausflug ergibt sich aus der Verbindung von Angeboten in Schöningen und im paläon

Betrachtet man die aus der Conjoint-Analyse resultierenden Nutzenwerte fällt auf, dass vor allem die Angebote des paläon (Experimental-Workshop und Workshop Archäologie hautnah) eine hohe Attraktivität für einen perfekten Tagesausflug aufweisen. Auch Führungen durch die Stadt Schöningen, wie die Altstadtführung und „Ein Rundgang durch das grüne Schöningen“, tragen besonders zu einem perfekten Tag bei. Mit Hilfe einer hierarchischen Clusteranalyse werden zusätzlich dazu Besuchersegmente identifiziert, die sich in ihren Präferenzen unterscheiden. Die Ergebnisse der Clusteranalyse unterstreichen die Notwendigkeit des zielgruppenspezifischen Denkens. Aus der Conjoint-Analyse ergibt sich, dass bestimmte Angebote erst durch die Kombination mit anderen attraktiv werden. Diese Erkenntnis deckt sich mit dem Anliegen der Auftraggeber, die Stadt Schöningen und das paläon besser zu verbinden: Angebote des paläon werden erst in Verbindung mit Angeboten der Stadt attraktiv und andersrum. Durch die Kombination der Conjoint-Analyse zur Ermittlung von Angebotspaketen und der Clusteranalyse zur Identifizierung von Besuchersegmenten lassen sich zielgruppengerechte Angebotspakete erstellen. Mit dem Pilotprojekt hat das Projektteam zum Erreichen der allgemeinen Zielsetzung beigetragen und Möglichkeiten aufgezeigt, wie das verwendete Marktforschungsinstrument im Dienstleistungssektor erfolgreich eingesetzt und genutzt werden kann.

Darstellung der durchschnittlichen Nutzenwerte je Aktivität

Der Beitrag erschien zuerst auf www.wirtschafts-thurm.de

Elisa Brammer

Elisa Brammer studierte Tourismusmanagement an der Hochschule Harz. Nach mehrmonatigen Auslandserfahrungen in London und Ecuador absolvierte sie ihr Bachelorpraktikum bei der TUI Deutschland. Ihrem Interesse an Marketing- und Forschungsthemen entsprechend entschied sie sich für den Masterstudiengang Konsumentenpsychologie und Marktforschung an der Hochschule Harz. In Wernigerode ist sie (mit auslandsbedingten Unterbrechungen) seit 2014 am Institut für Tourismusforschung tätig.

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