Studierendensekretariat

Ein Studium kann schon eine recht knifflige Angelegenheit sein. Da ist ja nicht nur der recht umfangreiche Lernstoff, der einen gehörig auf Trab hält und bewältigt werden will. Zugleich ist auch noch an viele andere Dinge zu denken. Nicht zuletzt will das ganze organisatorische und administrative Drumherum des Hochschulalltags gemanagt werden. Wie funktioniert das mit der Einschreibung? Wie kann ich mich zurückmelden? Welche Formulare brauche ich für dieses und jenes? Was braucht die Krankenkasse? Fragen über Fragen. Doch an wen wenden, wenn man einmal nicht weiter weiß? Gut, wenn man die richtigen Adressen kennt.

Geht es um inhaltliche Details zu einem Studienfach, wird man Ihnen seitens der Professorenschaft in aller Regel gern Rede und Antwort stehen. Wenn Sie ein paar Insidertipps brauchen, dann lohnt es sich bei der Fachschaft vorbeizuschauen. Aber wer ist richtiger Ansprechpartner, wenn es um die administrativen Belange geht, die mit dem eigenen Studierendenstatus verbunden sind? Sofern Sie nicht schon auf den Webseiten Ihrer Hochschule Antworten auf Ihre Fragen finden (vieles klärt sich dort von selbst), sind Sie nicht nur dann beim „Studierendensekretariat“ bestens aufgehoben. Das gibt es an Ihrer Hochschule nicht? Lassen Sie sich von der Bezeichnung nicht irreführen. Manchmal heißt es auch „Studentensekretariat“, „Dezernat für studentische Angelegenheiten“ oder etwas moderner „Studierenden Service Center“. Es ist – wenn Sie so wollen – der Ort, an dem alle Fäden zu Ihrem Studiendasein zusammenlaufen, quasi eine Art Schaltzentrale mit Servicecharakter.

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Bedenkt man, dass eine Hochschule manchmal die Größe einer Kleinstadt hat mit tausenden oder sogar zehntausenden von Studierenden, dann bedarf es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie wichtig geregelte Abläufe sind. Ansonsten wäre wohl irgendwann ein heilloses Durcheinander vorprogrammiert. Gerade das will man natürlich nicht. Ganz im Gegenteil ist allen daran gelegen, einen reibungslosen Studienverlauf sicherzustellen. So profitieren alle.

Hier kommt das Studierendensekretariat ins Spiel. Als Teil der Hochschulverwaltung kümmert es sich nicht nur um alle administrativen Belange rund um das Studium, sondern  hilft darüber hinaus auch bei der Organisation. So können Sie sich – wie es z. B. auf der Internetseite der Hochschule Harz heißt – „von Anfang an auf Ihr Studium konzentrieren und Ihr Potenzial voll ausschöpfen“. Das klingt doch nach einem Versprechen.

Falls Sie sich nun fragen: Und worum bitte schön geht es genau? Hier ein kleines (und keineswegs abschließendes ABC) einiger Themen, die einen reibungslosen Studienverlauf sicherstellen wollen.

  • Adress- und Namensänderungen
  • Annahme von Anträgen, Bescheinigungen und sonstigen Unterlagen
  • Beurlaubung
  • Bewerbung (z. B. bei zulassungsbeschränkten Studiengängen)
  • Entgegennahme von Bachelor-, Masterarbeiten
  • Einschreibung / Immatrikulation
  • Exmatrikulation
  • Gast- und Zweithörer
  • Krankenkassenangelegenheiten
  • Leistungsübersichten
  • Prüfungsanmeldungen
  • Rückmeldung
  • Semesterbeitrag
  • Studien(zeit)bescheinigungen
  • Studiengebühren
  • Studierendenausweis
  • Wechsel des Studiengangs
  • Zulassung

Ein bisschen ist die Arbeit im Studierendensekretariat auch ein Saisongeschäft. Klar, dass sich zu Prüfungszeiten Fragen dazu häufen, während vor Semesterbeginn sich alles eher um die Einschreibung dreht. Aufgrund der vielfältigen und langjährigen Erfahrung ist man dort glücklicherweise auf alle größeren und kleineren Probleme gut eingestellt.
Als Servicestelle sind die Studierendensekretariate regelmäßig wochentags von Montag bis Freitag regelmäßig besetzt, auch wenn sie nicht immer durchgängig den ganzen Tag über für den Besucherverkehr geöffnet sind. Wer nicht vor verschlossenen Türen stehen will, sollte sich also vorab über die Öffnungszeiten informieren. Das lässt sich ja meist problemlos über die Homepage ermitteln. Gerade an großen Universitäten und zu bestimmten Stoßzeiten kann es schon recht betriebsam zugehen; da gibt man sich gewissermaßen die Klinke in die Hand. Oder Sie greifen zum Hörer und nutzen die telefonische Sprechstunde für eine Beratung. Man muss ja nicht immer selbst direkt vor Ort sein. Egal, ob persönlich, telefonisch, via E-Mail oder klassisch per Post – die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind vielfältig (halten Sie am besten Ihre Matrikelnummer bereit oder geben Sie sie mit an).

Vieles lässt sich gleich direkt klären. Und sollte Ihr Anliegen doch einmal komplexer sein und etwas Zeit bedürfen, wird man auch dafür ein offenes Ohr haben und sich dem ebenso professionell annehmen. Oder man nennt Ihnen spezielle Ansprechpartner. Natürlich soll und muss alles seine gute Ordnung haben. Apropos: Hier ist gegebenenfalls auch Ihr Mitwirken gefragt, etwa wenn es darum geht, Anträge, Formulare oder sonstige Unterlagen beizubringen. Es ist also keine Einbahnstraße. Kleiner Tipp: Seien Sie nicht zu ungeduldig. Wie heißt es doch bekanntlich: So wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Eben.

Illustration: Ellen Burgdorf auf Basis von bikablo

André Niedostadek

André Niedostadek ist Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule Harz und Wirtschaftsmediator. Eine Frage, die ihn derzeit als Hochschullehrer, Speaker & Autor umtreibt: Wie werden wir künftig leben, lernen, arbeiten? Hier auf Wissenschafts-Thurm schreibt er insbesondere zu den Themen Recht, Studium und Veränderungen in der Arbeitswelt.

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