Alumni & Alma Mater
Geschafft! Das Studium liegt hinter Dir, der Abschluss ist in der Tasche und all die Mühen mit den Aufs und Abs haben sich gelohnt. Nun richtet sich der Blick verständlicherweise nach vorne. Mit dem Hochschulabschluss eröffnen sich Dir vielfältige Möglichkeiten. Er ist die Eintrittskarte in einen neuen beruflichen Lebensabschnitt. Es sei denn, Du entscheidest Dich dafür, nach dem Bachelor noch weiter an der Hochschule zu bleiben und ein Masterstudium dranzuhängen oder Du bist sogar noch einen Schritt weiter und denkst über sogar über eine Promotion nach.
Wenn Du jetzt aber die Hochschule verlässt, mit der Vorfreude auf das, was kommt, lohnt sich auch noch einmal ein Blick zurück. Denn mit dem Studienabschluss endet zwar die Studienzeit, aber nicht zwangsläufig die Verbindung zu Deiner Hochschule. Schließlich hast Du dort vermutlich weit mehr mitgenommen als nur Fachwissen: Du hast die Weichen für Deinen weiteren Lebensweg gestellt, unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt, Herausforderungen gemeistert, Dich als Persönlichkeit weiterentwickelt und Freundschaften geschlossen. Vieles davon wäre ohne die Hochschule so nicht möglich gewesen. Es gibt also gute Gründe, einmal darüber nachzudenken, wie die Verbindung zu Deiner Hochschule auch nach dem Abschluss aussehen kann und welche Rolle sie in Deinem Leben spielen soll.
Zunächst einmal: Du bist jetzt nach Deinem Abschluss ganz automatisch als Absolventin eine Alumna oder als Absolvent ein Alumnus (in der Mehrzahl spricht man auch von Alumnae beziehungsweise Alumni, wobei sich gerade der letzte Terminus inzwischen häufig als Sammelbegriff findet). Damit hast Du jetzt aber nicht etwa einen weiteren akademischen Titel, den Du in den Lebenslauf schreiben kannst, sondern diese Begriffe bezeichnen ganz einfach die ehemaligen Studierenden einer Hochschule. Wie unschwer zu erraten ist, stammen die Ausdrücke aus dem Lateinischen. Das Verb alere bedeutet so viel wie „ernähren“ oder „aufziehen“ und beschreibt sinngemäß die Ehemaligen als „Genährte“ oder „Zöglinge“. Dazu passt sehr gut auch noch ein weiterer Begriff, der Dir vielleicht auch schon einmal begegnet ist und in direktem Zusammenhang mit alledem steht: Deine ehemalige Hochschule wird zu Deiner Alma Mater. Das bedeutet wörtlich „nährende Mutter“. Ein treffendes Bild eigentlich: Die Hochschule als Ort, der Dich nicht nur fachlich ausbildet, sondern Dich im übertragenen Sinne mit Wissen „versorgt“ und Deine Entwicklung mitprägt. Nur am Rande: Die Bezeichnung Alma Mater reicht weit zurück bis ins Mittelalter zur Universität Bologna. Und die gilt immerhin als älteste Universität Europas. Dort entstand der Ausdruck Alma Mater Studiorum, was sich mit „nährende Mutter der Studien“ übersetzen lässt.
Aber zurück ins Hier und Jetzt und zu der Frage: Wie kann denn konkret die künftige Verbindung zu Deiner Hochschule aussehen? Der beste Einstieg: Schau einmal nach sogenannten Alumni-Netzwerken. Die gibt es an nahezu allen Hochschulen und sie verfolgen ein einfaches Ziel: in Verbindung zu bleiben. Sie dienen also dem Net(t)working im besten Sinne, also der Kontaktpflege zu den Absolventinnen und Absolventen und dem Austausch untereinander. Wenn Du dort Mitglied wirst, profitierst Du häufig von exklusiven Veranstaltungen, bleibst über Neuigkeiten aus der Hochschule informiert und kannst Dich auch nach Deinem Studium gegebenenfalls weiterhin aktiv in die Alumni-Arbeit einbringen.
Doch das ist längst nicht alles: Viele dieser Netzwerke gehen über reine Kontaktpflege hinaus. So fördern sie beispielsweise darüber hinaus auch den Austausch mit der Wirtschaft und anderen Institutionen. Gerade beim Berufseinstieg kann ein funktionierendes Netzwerk ein echter Gamechanger sein. Und nicht nur dort: Informationen über Praktika, Abschlussarbeiten, Projekte oder Stellenangebote gelangen häufig über persönliche Kontakte schneller an die Zielpersonen als über klassische Stellenbörsen. Aus diesem Grund arbeiten sogenannte „Career Services“ (oder ähnliche Bezeichnungen) und das Alumni-Management vieler Hochschulen eng zusammen. Sie unterstützen nicht nur Absolventinnen und Absolventen beim Aufbau beruflicher Netzwerke, sondern auch schon Studierende während des Studiums. Nicht schlecht, oder?
Wichtig für Dich zu wissen: Nur Alumni-Datenbanken, die auf aktuellem Stand sind, ermöglichen es, dauerhaft miteinander in Verbindung zu bleiben. Und Teil eines Alumni-Netzwerks wirst Du in der Regel aber nicht automatisch. Das geht schon aus Datenschutzgründen nicht. Die Anmeldung erfolgt freiwillig und ist meist völlig unkompliziert über eine eigene E-Mail-Adresse möglich.
Ergänzend zu alledem gibt es an manchen Hochschulen auch Alumni-Vereine. Diese gehen oft noch einen Schritt weiter. Dort engagieren sich ehemalige Studierende gemeinsam mit Lehrenden, Mitarbeitenden sowie weiteren Förderinnen und Förderern. Das reicht von der Unterstützung von Forschung und Lehre über die Verbesserung von Studienbedingungen bis hin zur Organisation von Veranstaltungen. So bleibt die Hochschule als Gemeinschaft auch weit über den Studienabschluss hinaus lebendig.
Du siehst: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Deiner Hochschule auch nach dem Studium verbunden zu bleiben. Das Studium mag mit dem Abschluss enden. Ob und wie Du auch künftig Teil der Gemeinschaft bleiben möchtest, entscheidest Du selbst. Vielleicht hast Du während Deiner Studienzeit schon selbst von den verschiedenen Angeboten profitiert? Dann möchtest Du vielleicht auch zu denen gehören, die das Hochschulleben nach dem eigenen Studienabschluss bereichern und ihre Erfahrungen an künftige Generationen von Studierenden weitergeben. Genau darin liegt die Idee: Aus Studierenden werden Ehemalige. Und aus Ehemaligen können Menschen werden, die Türen öffnen, Erfahrungen teilen, Kontakte vermitteln oder auf andere Weise weiter zum Hochschulleben beitragen. So schließt sich ein Kreis.
Auf den Punkt: Der Studienabschluss ist nicht das Ende der Hochschulverbindung, sondern der Beginn eines neuen Kapitels.
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