Wir haben auf Repositorien bereits in unserem Artikel über digitales Publizieren hingewiesen. In dem vorliegenden Beitrag geht es um die Literatursuche in Repositorien. Insbesondere im Rahmen der Materialrecherche für vertiefende wissenschaftliche Texte wie Bachelor-und Masterarbeiten oder Dissertationen sollte diese Möglichkeit genutzt werden.
Ein Repositorium (engl. Repository) ist nichts anderes als eine über das Internet zugängliche Datenbank für wissenschaftliche Texte. Gebräuchlich für ein solches „Lager“ ist auch der Name Dokumentenserver oder Digitale Bibliothek.
Repositorien dienen der Verbreitung wissenschaftlicher Materialien. Vor allem Forschungsergebnisse sollen weltweit allen Interessenten zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise wird der wissenschaftliche Diskussionsprozess gefördert. Daher sind die Dokumente frei zugänglich (Open Access).
Neben Abschlussarbeiten und Habilitationen sowie Dissertationen werden auch Forschungsergebnisse, Tagungsbände und Diskussionsbeiträge zugänglich gemacht. Daneben finden sich auch Aufsätze aus Fachzeitschriften, die als Zweitveröffentlichung in Repositorien erscheinen.
Die Datenbanken werden von Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer-Institute) eingerichtet und gepflegt.
So genau weiß das niemand, schließlich gibt es kein zentrales Melderegister für Dokumentenserver. Laut einer Erhebung im Jahre 2014 soll es 152 Open-Access-Repositorien geben. In der aktuellen Liste (Februar 2019) der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation sind es sogar 239 Datenbanken.
Ganz einfach: Den kostenlosen Zugang zu hochwertigen wissenschaftlichen Informationen, die im eigenen wissenschaftlichen Text zitiert werden können. Besonders vorteilhaft ist, dass die meisten Dokumente im Volltext vorliegen. Im Regelfall ist es ein PDF Dokument, das ohne weitere Formalität herunter geladen werden kann. Unter den Dokumenten sind sehr viele Forschungsergebnisse zu finden, die als Primärquellen in wissenschaftlichen Arbeiten besonders wichtig sind.
Im Wesentlichen gibt es drei Zugangswege:
Na klar, kein Problem. Angenommen es geht um eine Bachelorarbeit über ökonomische und soziale Aspekte der Migration nach Deutschland. Wir sind nur an aktuellen wissenschaftlichen Texten interessiert (2012 – 2015). Im Portal Open Access gehen wir über fachspezifische Inhalte und wählen Wirtschaftswissenschaften. Dort sind mehrere Recherchemöglichkeiten genannt. Wir entscheiden uns für EconBiz und geben in die Titelsuche „Migration AND Germany OR Deutschland“ ein und grenzen den Zeitraum entsprechend ein. Wir setzen das Häkchen bei „nur freie Volltexte“. Im Ergebnis erhalten wir 1051 Quellen, die aber nicht alle einschlägig sind. Durch Filtereinstellungen können wir die Suche noch verfeinern. Wir wählen bei „Unterthemen / Schlagworte“ den Begriff „Migration“ und kommen so zu 13 interessanten Dokumenten nationaler und internationaler Forschungseinrichtungen. Die Ergebnisse werden übersichtlich dargestellt und mit einem Klick kann das Dokument heruntergeladen werden (siehe Abbildung).
Repositorien sind eine gute Möglichkeit wissenschaftliche Quellen zu recherchieren. Hier können Forschungsergebnisse ausfindig gemacht werden, die sonst nirgendwo gelistet sind. Der Zugang ist frei, kostenlos und unkompliziert.
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