Susanne Adler, Kathrin Beck, Anna Bolle und Nina Dörrbaum sind Studierende des Studiengangs Konsumentenpsychologie und Marktforschung haben für ein Forschungsprojekt den Blickwinkel der Schöninger Bürger mithilfe von Gruppendiskussionen erforscht. Teil 2 Projekt Besucherlenkung Stadt Schöningen und paläon.
Hohes Engagement der Schöninger Bürger in einer lebenswerten Stadt
Anhand von Gruppendiskussionen mit Bürgern aus Schöningen sollten deren Empfindungen bezüglich der Wahrnehmung über die Stadt, das paläon und die Anbindung des paläon in die Stadt bzw. die Integration des paläon in die Stadt erörtert und dargestellt werden. Aufgrund dieser Ergebnisse können Handlungsempfehlungen bezüglich der Besucherlenkung gegeben werden. Insgesamt wurden drei Bereiche, welche für die Vermarktung der Stadt genutzt werden können, aufgedeckt: Leben in Schöningen, Kulinarisches und die Geschichte Schöningens in Bezug auf Sehenswürdigkeiten. Hierfür wird eine klare Definition von Besucherzielgruppen benötigt, um die einzelnen Vermarktungskonzepte auf die jeweiligen Zielgruppen anzupassen.

Das Leben in Schöningen ist geprägt durch fehlende Anonymität und außerordentliches Engagement der Schöninger Bürger in verschiedenen Vereinen. Dabei fehlt es jedoch an einer Zusammenarbeit der Vereine. Eine Vereinsbündelung bietet sich hierzu an, auch um finanzielle Schwächen auszugleichen. Des Weiteren benötigt es mehr Aufklärung der Bürger hinsichtlich der Gelder, die in das paläon fließen, da diesbezüglich Ungerechtigkeit empfunden wird. Die Lage am Elm und die Nähe zu Großstädten macht Schöningen zu einem angenehmen Ort zum Leben, der besonders für Pendler geeignet ist. Durch einen Ausbau der ÖPNV-Anbindungen können diese noch besser angesprochen werden.
Vermarktung von Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten in Schöningen
Kulinarisches Highlight der Stadt Schöningen ist insbesondere der Kirschwein. Dieser sollte für Touristen besonders angeboten werden. Das kulinarische Erlebnis kann weiter ausgebaut werden durch die Nutzung des Leerstandes als gastronomische Fläche. Dadurch könnte die Innenstadt neu belebt werden.
Der Historie der Stadt kommt besondere Bedeutung zu. Hierbei sollten Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die St. Lorenz-Kirche oder das Schloss ausdrücklich hervorgehoben werden. Die Integration vom paläon in die Stadt gelingt durch die Einbindung der Speergeschichte in die Historie der Stadt. So würde auch interessierten paläon-Besuchern ein Anreiz geboten, Schöningen zu besichtigen. Auch im paläon sollte die Bedeutung der Stadt in Verbindung zur Bergbau-Historie eine wichtige Rolle spielen. Weitere Anreize für Touristen, sowohl das paläon als auch die Stadt zu besichtigen, schaffen Aktionen. Beispielsweise könnten Gutscheine für ein Café in der Stadt bei Ticketkauf oder Rabatte für weitere Sehenswürdigkeiten verteilt werden.
Schöninger Bürger empfinden touristische Infrastruktur als ausbaufähig
Dadurch, dass kein Hotel in der Stadt vorhanden ist, fehlt es derzeit an einer Übernachtungsmöglichkeit für Mehrtages-Touristen. Des Weiteren geht die Empfindung der Schöninger Bürger dahin, dass es an nötigem Know-How im Bereich Tourismus bei den Verantwortlichen fehlt und dieses durch Hilfe von Experten aufgebaut werden sollte. Außerdem besteht die Notwendigkeit von Hinweisschildern zu den kostenlosen Parkplätzen der Stadt, um die Verkehrsführung zu erleichtern. Für die Verbesserung des allgemeinen Erscheinungsbildes der Stadt können gemeinsame Putz- und Aufräumtage in regelmäßigen Abständen eingeführt werden.
Prinzipiell ist die allgemeine Empfehlung, dass Arbeitskreise bestehend aus Vertretern der Stadt, dem paläon und der Schöninger Bürger gegründet werden. Diese Arbeitskreise können dann gemeinsam ein Vermarktungskonzept für verschiedene Besuchergruppen unter Einbeziehung der Interessen der Vertreter erstellen. Die aufgelisteten Handlungsempfehlungen stellen nur einige Auszüge der Untersuchungen dar.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.wirtschafts-thurm.de

Schöningen 360° – Wie ein Junge aus der Steinzeit unsere Zukunft rettet
Von der Eiszeit zur High-Tech-Vision: Schöningen sitzt auf einem Welterbe-Schatz, der jetzt durch virtuelle Realität zum Leben erweckt werden soll.
DER SCHATZ IM ELM
Schöningen ist weltweit einzigartig. Hier liegen nicht nur die ältesten Jagdwaffen der Menschheit, sondern auch eine Erdgeschichte, die ihresgleichen sucht. Vor 300.000 Jahren war der Elm Schauplatz eines dramatischen Klimawandels. Wo heute Wanderer spazieren, drückten einst 1000 Meter dicke Gletschermassen den Berg zusammen. In den Warmphasen dazwischen entstand ein Paradies: Der Elmsee, an dessen Ufern Waldelefanten, Säbelzahntiger und Mosbacher Pferde lebten – und unsere Vorfahren.
ANOK – DAS GESICHT UNSERER GESCHICHTE
Zahlen und Knochen allein ziehen keine Touristen an. Es sind Geschichten, die Menschen bewegen. Mein Romanprojekt „Clan of Anok“ hat bewiesen, wie groß das Interesse ist: In nur einem Jahr fanden über 21.000 Follower weltweit zusammen, um die Abenteuer des Jungen Anok zu verfolgen. Wir sehen durch seine Augen, wie der Clan am Ufer des Sees Fußabdrücke hinterlässt (die ältesten Deutschlands!), wie sie gemeinsam einen Waldelefanten verwerten und mit dem Wurfstock (Rabbit Stick) jagen.
DIE VISION: ZEITREISEN PER KNOPFDRUCK
Um diesen Schatz für Besucher greifbar zu machen, schlage ich ein innovatives VR-Konzept vor. An strategischen „Outposts“ wie dem Waldfrieden oder direkt am Forschungsmuseum setzen Gäste Virtual-Reality-Brillen auf. Plötzlich verschwindet die moderne Landschaft:
Station Waldfrieden: Erleben Sie die Urgewalt der Gletscher und die Entstehung des Elm aus dem Salzmeer.
Station Museum: Stehen Sie direkt neben Anoks Clan bei der Jagd. Spüren Sie die Gefahr, wenn ein Säbelzahntiger durch das Gebüsch schleicht.
Station Innenstadt: Tauchen Sie ein in die Ära des „Weißen Goldes“, als das Salz Schöningen reich machte.
WIRTSCHAFTSMOTOR STATT STILLSTAND
Dieses Projekt ist kein Luftschloss. Durch gezielte Bus-Rundreisen führen wir Gäste vom Frühstück am Waldfrieden über das Museum bis zum Kaffee in die Innenstadt. So bleibt die Wertschöpfung bei unseren lokalen Händlern und Gastronomen. Mit Förderquoten von bis zu 80 % für digitale Tourismusprojekte ist die Finanzierung greifbarer denn je.
FAZIT
Schöningen hat die Geschichte, die Welt hat das Interesse und die Technik hat die Lösung. Wir müssen nur den Mut haben, die Geschichte von Anok und seinem Clan zum Leben zu erwecken, um unsere Stadt als weltweit führendes Erlebnishub zu positionieren.