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Für jeden Topf ein Deckel? Eine Matching-Plattform findet den richtigen Hochschulpartner für Sie

Logo Third Mission

Im Projekt TransInno_LSA an der Hochschule Harz haben alle Teilprojekte ihre Büros zusammen in einem Gebäude. Direkt neben meinem Büro ist das Büro vom Teilvorhaben MPASS (= Matching-Plattform for Student Skills).

MPASS – Matching-Plattform for Student Skills

Logo des Teilvorhabens MPASS im Verbundprojekt TransInno_LSA.
Quelle: https://www.transinno-lsa.de/teilprojekte/mpass.

In diesem Projekt wird eine Matching-Plattform entwickelt, die Interessen, Anfragen und Ideen aus Gesellschaft, Wirtschaft und sozialen Einrichtungen mit den Angeboten, den Fähigkeiten und dem Wissen von Hochschulen und ihren Angehörigen zusammenzubringt. Die Hochschule wird dabei nicht nur durch die Lehrenden und Forschenden repräsentiert, sondern auch durch die Servicestellen, die Studierenden und Initiativen. Ich persönliche stelle mir das ähnlich vor wie soziale Medien, eine Partnervermittlung oder ein Memory Spiel. Vielleicht eine Mischung aus allen.

Die Entwicklung einer solchen Plattform ist wichtig, um die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der sie umgebenden Welt zu fördern und zu erleichtern. Viele Bürgerinnen und Bürger bzw. Unternehmerinnen und Unternehmer fühlen sich abgeschreckt vom vermeintlich bürokratischen Aufwand, eine Anfrage an die Hochschule zu stellen oder selbst den richtigen Ansprechpartner zu finden. Viele von ihnen haben auch ganz einfach keine Zeit dafür. Damit Hochschulen also ihren Aufgaben erfolgreich nachgehen können, müssen sie an ihren Strukturen und Wegen arbeiten. Insbesondere Third-Mission-Aktivitäten können durch einen einfachen Zugang zur Welt der Hochschule forciert werden. Nun wollen wir die Kolleginnen und Kollegen aber selbst zu Wort kommen lassen.

Was ist denn überhaupt eine Matching-Plattform?

Als ich vergangene Woche am MPASS-Büro vorbeiging, standen zwei meiner Kollegen vor dem Whiteboard und führten eine rege Diskussion. Einer der beiden deutete immer wieder mit dem Marker auf ein Datenbankmodell und schien dem anderen etwas zu erklären. Der schien seinerseits etwas verdeutlichen zu wollen und deutete auf einen anderen Bereich des Modells. Im Vorbeigehen vernahm ich die Worte „Person“, „Modellierung“ und „Recommendation“. Insgesamt erschien mir die Situation zwar wie ein gewöhnlicher Diskurs zwischen zwei Programmierern, trotzdem wollte ich wissen, was sie da genau diskutierten.

Ich: „Worüber sprecht ihr zwei?“

Sie bemerkten mein Eintreten und einer der beiden deutete auf das Datenbankmodell.

MPASS: „Wir diskutieren, welche Daten im Hintergrund der Plattform wie abgelegt und verknüpft sein müssen, damit die Matching-Plattform den Nutzern genau die von ihnen benötigten Informationen ausgibt. Gerade geht es um die Informationen, die Personen von sich aus zur Verfügung stellen, weil sie durch diese Informationen gefunden werden wollen. Das fängt beim Namen und den Kontaktdaten an und geht weiter über die jeweiligen Interessen und Fähigkeiten bis hin zu Aufgaben und Projekten, an denen die Person – oder eben auch das Unternehmen – beteiligt ist oder war.“

An wen richten sich die Möglichkeiten der Plattform?

Ich: „Wofür sollte eine Person oder ein Unternehmen diese Informationen denn bereitstellen und wofür sollte sie in dieser Plattform gefunden werden wollen?“

MPASS: „Das kann ganz unterschiedlich sein. Auf der einen Seite für Kooperationsvorhaben, also Aktivitäten, bei denen diese Person mit der Hochschule oder ihren Angehörigen zusammenarbeitet. Beispiele hierfür wären Forschungsprojekte der Hochschule, in denen sie mitarbeiten wollen, oder auch Studierendenprojekte in der Lehre, bei denen sie mit den Studierenden gemeinsam an der Lösung eines Problems arbeiten.

Denkbar wäre auch, dass die Person die Hochschule mit Leistungen beauftragt, die gar nicht Teil des regulären Leistungsangebotes einer Hochschule wären. Unternehmen können hier z. B. Professoren suchen, an die sie wegen Auftragsforschung herantreten. Andererseits können sie auch Studierende für Abschlussarbeiten, Praktika oder Werkstudententätigkeiten suchen.

Suchender mit zahlreichen Fragen und zu bearbeitenden Themenfeldern.
Suchender mit zahlreichen Fragen und zu
bearbeitenden Themenfeldern.
Quelle: MPASS

Einige Unternehmen oder Einrichtungen suchen auch nach Unterstützung bei der Beantragung eigener Fördermittel und im Zusammenhang damit dann vielleicht auch direkt einen Partner, mit dem sie diese geförderten Aktivitäten durchführen können.

Interessant sind auch die Möglichkeiten, die wir damit für Active Sourcing bieten. Das bedeutet, dass Recruiter die Möglichkeit erhalten proaktiv nach Studierenden und Absolventen/Absolventinnen zu suchen, um sie für Abschlussarbeiten, Praktika, Werksstudententätigkeiten oder vielleicht Festanstellungen anzusprechen.

Umgekehrt funktioniert das übrigens auch: Studierende und Absolventen/Absolventinnen haben auch die Möglichkeit die Plattform für die eigenständige Stellensuche zu nutzen.“

Wie würdet ihr das Ziel der Plattform ganz allgemein beschreiben?

Ich: „Verstehe, dann unterstützt die Plattform eine proaktive Suche, indem sie passende Ansprechpartner, Projekte und Aktivitäten ausgibt, die zu meinen Kriterien passen?“

MPASS: „Richtig. Außerdem finden Suchende – intern wie extern – viele Informationen in gut strukturierter und übersichtlicher Form. So können sie sich einfach und schnell einen Überblick über die Angebote und Personen verschaffen.

Aber auch das ist umgekehrt möglich. Wie gesagt können nicht nur Personen außerhalb der Hochschule die Plattform für ihre Suche nutzen, sondern auch Angehörige der Hochschule, wie Studierende. Daher ist es auch den Unternehmen, sozialen Einrichtungen oder sonstigen Organisationen sowie ihren Mitgliedern möglich, sich ein Profil mit Fähigkeiten, Anfragen und Angeboten anzulegen. Sie können hier beispielsweise offene Stellen ausschreiben, Themen für Abschlussarbeiten vorstellen oder beschreiben, in welchen Forschungsgebieten sie potenzielle Interessen und Fähigkeiten aufweisen.“

Matching-Plattform in symbolischer Form
Matching-Plattform in symbolischer Form.
Quelle: MPASS

Ich: „Das Ziel der Plattform – mal ganz allgemein gesagt – ist es damit, auf einfachem Weg passende Personen, Stellen und Ansprechpartner zu finden und den Suchenden somit viel Zeit zu ersparen und die Aktivitäten noch erfolgreicher zu gestalten, richtig?“

MPASS: „Ganz genau, wir wollen eben für jeden Topf den passenden Deckel finden.“

Wie findet die Matching-Plattform meinen Deckel?

Ich: „Wie genau funktioniert das Ganze? Wie findet die Plattform die passenden Personen?“

MPASS: „Dafür musst du der Matching-Plattform zunächst mitteilen, wonach du suchst. Sagen wir, du suchst nach Studierenden, die in deinem Unternehmen an einem Projekt zur Reduzierung der Maschinenstundensätze arbeiten. Dafür gibst du über eine Suchmaske Keywords ein, die denen einer Anzeige ähneln. Die Plattform filtert ihre Daten dann auf der Suche nach passenden Studierenden, die eben diese Fähigkeiten aufweisen. Das funktioniert auch umgekehrt, indem du Du eine Projektausschreibung erstellst, bei der du unter anderem benötigte Fähigkeiten, Erfahrungen und Projektparameter einträgst. So kannst du dann von anderen gefunden werden.

Wir entwickeln hier ein Recommender-System, also ein Empfehlungssystem. Du kennst das beispielsweise von Social-Media-Plattformen oder Online-Shops. Wenn du im Online-Bücherhandel nach neuem Lesestoff suchst, dann gibst du oft bereits vorher einige Kriterien an. Es soll z. B. ein bestimmtes Genre sein, eine bestimmte Autorin und in gebundener Form. Die Algorithmen des Online-Shops geben dir dann, basierend auf deinen Einschränkungen, Empfehlungen aus, die du unterschiedlich sortieren lassen kannst.

Wenn du, ohne aktiv zu suchen, auf die Seite des Online-Buchhandels gehst, dann werden dir auch Empfehlungen ausgegeben, die auf deinen bisherigen Suchen basieren oder auf denen von Kunden, die ein ähnliches Kaufverhalten wie du an den Tag legen. So oder so ähnlich könnte es auch für unsere Nutzer sein. Nur nicht mit Kaufempfehlungen, sondern Empfehlungen für Anstellungen, Projekte, Fördermittel und Kontakte. So findet sich dann am Ende dein Deckel.

Matching-Plattform findet für den Suchenden die richtigen Partner an der Hochschule
Matching-Plattform findet für den Suchenden die richtigen Partner an der
Hochschule.
Quelle: MPASS

Derzeit sind wir aber noch mitten in der Entwicklungsphase. Wie genau die Plattform am Ende aussieht, steht also noch nicht fest. Wir sind hier übrigens auch offen für Anregungen und suchen Tester. Wenn du also zum Beispiel interessierte Unternehmen, Studierende, Lehrende oder soziale Einrichtungen kennst, wir würden uns über die Vermittlung freuen.“

Wann kann ich damit rechnen, dass MPASS mir das Leben erleichtert?

Ich: „Das klingt wirklich spannend – und nach ganz schön viel Arbeit. Wisst ihr schon, wann ihr die ersten Prototypen haben werdet und wann das Produkt dann tatsächlich einsatzbereit sein soll?“

MPASS: „Den ersten Prototypen haben wir tatsächlich schon und er wird permanent weiterentwickelt. Das ist ein laufender Prozess, den wir so agil wie möglich gestalten wollen. Nächstes Jahr, also 2021, soll die Plattform dann schon live gehen. Sie ist dann natürlich noch nicht final ausgereift, soll aber schon die für die Nutzer wichtigsten Funktionen beinhalten.

Wir planen die Plattform dann kontinuierlich zu erweitern, in Bezug auf Funktionen, und die Zahl der registrierten Nutzer und Hochschulen zu steigern. Du kannst dir das wie einen Lernprozess vorstellen, bei dem nicht nur wir etwas dazulernen, sondern auch die Plattform. Dafür benötigen wir diese reellen Erfahrungen im Einsatzgebiet.“

Kann ich mitentscheiden, was die Plattform alles können muss?

Ich: „Das heißt, die Unternehmen, sozialen Einrichtungen, Studierenden und Lehrenden können sich aktiv an der Ausgestaltung beteiligen?“

MPASS: „Unbedingt, das wünschen wir uns sogar. Sie bringen Erfahrungen mit, die wir nicht haben und Anforderungen, die uns vielleicht bisher gar nicht bewusst waren. Damit die Plattform diesen aber später gewachsen ist und eine echte Erleichterung darstellt, müssen wir so nah am, ich sage mal „Kunden“, arbeiten, wie wir können.

Wir sind hier für alle Arten von Anregungen dankbar: Welche Möglichkeiten muss die Plattform für Sie bieten? Wie sollte sie Ihrer Meinung nach gestaltet sein? In welchen Bereichen der Kontaktaufnahme mit der Hochschule könnte es durch die Plattform zu einer Verbesserung für Sie kommen?

In diesem Jahr beschäftigen wir uns übrigens genau damit und suchen den Austausch mit Hochschulangehörigen und eben auch Hochschulexternen, wie Unternehmen, sozialen- oder öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und auch sonst jedem Personenkreis, der sich angesprochen fühlt und den wir vielleicht tatsächlich bisher nicht betrachtet haben.“

Entscheiden Sie mit! Darstellung einiger relevanter Personenkreise für die Matching-Plattform.
Entscheiden Sie mit! Darstellung einiger relevanter Personenkreise für
die Matching-Plattform.
Quelle: MPASS

Ich: „Das klingt sehr fordernd, aber auch sehr spannend. Dann wünsche ich euch weiterhin ganz viel Erfolg dabei.“

Wenn Sie schon einmal mit einer Hochschule zusammengearbeitet haben oder es wollten und von den undurchsichtigen Wegen abgeschreckt wurden, wenn Sie Interesse an der Zusammenarbeit mit Hochschulen haben oder einfach nur Interesse daran haben, die Plattform zu gestalten, dann melden Sie sich bei uns. Ihre Anregungen, Erfahrungen, Fragen, Ideen und Tests helfen uns dabei, die Matching-Plattform zu verbessern.

Kontakt

Tel: 03943 659 798

Mail: mpass(at)hs-harz.de

Mehr Informationen zu MPASS finden Sie auf der Webseite des Projektes.

Projektleitung:

Prof. Dr. Jens Cordes  / Prof. Dr. Can Adam Albayrak / Prof. Dr. Thomas Leich

Wissenschaftliche Mitarbeiter/in:

 Kai Ludwig, M.Eng  / Anja Tetzel, M.A.

Autor:

Rebecca Spaunhorst

Rebecca Spaunhorst studierte Technisches Innovationsmanagement (M.Eng.) an der Hochschule Harz. Seit 2018 ist sie in im Forschungsprojekt TransInno_LSA angestellt, einem Verbundprojekt der Hochschulen Harz, Magdeburg-Stendal und Merseburg im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ des BMBF. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Aufnahme, Bewertung und Förderung von Third-Mission-Aktivitäten.

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