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Übungsaufgabe zum Satz von Bayes: Einsatz eines Uploadfilters

AUFGABE

Eine Social Media-Plattform scannt mit Hilfe einer Filtersoftware sämtliche von den Nutzerinnen und Nutzern hochgeladenen Fotos auf mögliche Urheberrechtsverletzungen. Die Software erkennt eine tatsächliche Urheberrechtsverletzung mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 96% und stuft zugleich lediglich 2% der urheberrechtlich unproblematischen Aufnahmen fälschlicherweise als mögliche Urheberrechtsverletzungen ein. Auf der Plattform werden täglich rund 190.000 Fotos eingestellt, von denen geschätzt etwa 3% Urheberrechtsverletzungen darstellen.

1) Mit welcher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei einer durch die Software als ein unlizensiertes Bild erkannten Aufnahme tatsächlich um eine Urheberrechtsverletzung?

2) Die Plattform möchte automatisch identifizierte Urheberrechtsverletzungen vor einer Löschung noch einmal manuell überprüfen lassen, um keine legitimen Uploads auszufiltern. Wenn eine solche Prüfung im Durchschnitt 8 Minuten pro Aufnahme dauert – wie viele Vollzeit-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter müssten zur Bewältigung dieser Aufgabe eingestellt werden?

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MUSTERLÖSUNG

1) Von 190.000 hochgeladenen Fotos sind 184.300 Fotos (97%) lizenzrechtlich unproblematisch, während 5.700 Uploads (3%) eine Urheberrechtsverletzung darstellen. Von den 5.700 kritischen Aufnahmen werden 5.472 Bilder (96%) korrekt durch den Filter erkannt, der gleichzeitig aber auch 3.686 (2%) der 184.300 unkritischen Aufnahmen fälschlicherweise als Urheberrechtsverletzungen einstuft. Insgesamt werden somit 5.472 + 3.686 = 9.158 Uploads ausgefiltert, davon 5.472 (59,75%) zu Recht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei einer durch die Software als ein unlizensiertes Bild erkannten Aufnahme tatsächlich um eine Urheberrechtsverletzung handelt, liegt somit bei 59,75%.

2) Da die Filtersoftware pro Tag 9.158 Uploads ausfiltert, müssten 9.158 * 8 = 73.264 Arbeitsminuten aufgewendet werden. Dies entspricht ~ 1.221 Arbeitsstunden oder auch ~ 153 Personentagen. Ohne Berücksichtigung von Wochenendarbeit, Urlaub, Krankheit und Personalfluktuationen müssten somit mindestens 153 Personen eingestellt werden, um die manuellen Überprüfungen durchzuführen.

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Diese Übungsaufgabe stammt aus der Vorlesung “Grundlagen der Statistik” von Christian Reinboth im berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang BWL an der Hochschule Harz.