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24 Köpfe der Wirtschaftsgeschichte, die Du kennen solltest

Die Welt der Wirtschaft ist ständig in Bewegung. Und die Wirtschaft bewegt unsere Welt. Eins ist klar: Wir alle sind Teil des Wirtschaftssystems, wir kaufen und verkaufen, handeln und sparen, schaffen Rücklagen, arbeiten und konsumieren. Aber kaum jemand von uns durchschaut dieses große System, in dem wir alle mitspielen – nicht einmal Wirtschaftsexperten. Seit Jahrhunderten fragen sich kluge Köpfe, wie Warentausch und Wirtschaft funktionieren. Dieser Beitrag folgt ihrer Spur

Johannes Calvin

1509–1564
Der Schweizer Reformator kam zu der Erkenntnis, dass auch Kapital und Zins Mittel seien, die dem Menschen von Gott anvertraut wurden, um dem Gemeinwohl zu dienen. Er gilt damit seit Max Weber als der Begründer des modernen Kapitalismus

Vordenker

Platon

427–347 v. Chr.
Platons Überlegungen zur Ökonomie werden häufig unterschätzt, dabei hatte der große Denker aus Athen in seinem Spätwerk „Nomoi“ bereits differenzierte Vorschläge zur Regulierung der Wirtschaft erarbeitet.

Aristoteles

384–322 v. Chr.
Aristoteles gilt als der erste Denker, der ein einheitliches System der ökonomischen Ideen entworfen hat. Er war ein Befürworter des Zinsverbotes und unterscheidet bereits zwischen der Nutzung (oikonomiké) sowie dem Erwerb (chrematistiké) von Gütern.

Sophronius Eusebius Hieronymus

337–420
Der heilige Hieronymus lehnte die Zinsnahme ebenso wie der Kirchenvater Augustinus ab. Er berief sich dabei auf das kanonische (von der Kirche anerkannte) Recht und argumentierte, dass man einem Reichen nichts zu leihen brauche und von einem Armen nichts fordern dürfe.

Martin Luther

1483–1546
Martin Luther war ein Gegner der Kapitalisten seiner Zeit und verabscheute Kaufleute wie den Kaufmann Jakob Fugger. Dennoch legte er, ohne dies zu beabsichtigen, mit der Reformation und seiner Kritik an den Mönchen, die aus seiner Sicht nichts zum Wohl der Gemeinschaft beitrugen, einen der Grundsteine für unser heutiges Wirtschaftssystem.

Weiterdenker

Francis Hutcheson

Francis Hutcheson

1694–1746
Der in Irland geborene Philosoph gilt als Vordenker des Utilitarismus (also einer zweckorientierten Ethik) und (Vor-) Ökonom. Er vertrat die Ansicht, dass alle Menschen nach Glück streben und dass das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen ein erstrebenswerter Zustand ist.

Adam Smith

1723–1790
Der Schotte Adam Smith gilt als Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre und hat mit seinem Hauptwerk „Wealth of Nations“ unser Wirtschaftssystem beeinflusst wie kaum ein anderer. Gleich auf der ersten Seite kommt er auf den Punkt und benennt die für ihn gültige Quelle des Wohlstands: die Arbeitsteilung.

Max Weber

1864–1920
Max Weber war ein deutscher Wirtschaftssoziologe und Nationalökonom, der der Frage nachging: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Religion und wirtschaftlichem Erfolg? Die Antwort auf diese Frage fasste er in einer Aufsatzsammlung unter dem Titel „Die potestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ zusammen.

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Adam Smith

1723–1790
Der schottische Philosoph und Ökonom gilt als Begründer der Nationalökonomie und hat mit seinem Hauptwerk „Wealth of Nations“ unser Wirtschaftssystem beeinflusst wie kaum ein anderer. Er gilt neben Marx und Keynes als einer der „Superstars“ der Volkswirtschaftslehre.

Vordenker

Bernard Mandeville

1670–1733
Mandeville war Arzt, Publizist und Sozialtheoretiker. Der Niederländer, der in England lebte, löste dort mit seinem Buch „Bienenfabel“ einen Skandal und heftige Diskussionen aus, die auch Adam Smith beeinflusst haben sollen.

David Hume

1711–1776
Hume gehörte zu den bedeutensten Denkern der Aufklärung und war ein Vertreter des Empirismus. Mit Adam Smith war er befreundet und hat an der Entstehung von dessen „Wealth of Nations“ regen Anteil genommen.

Thomas Hobbes

1588–1679
Hobbes war der Meinung, dass jeder Mensch ein Egoist sei und stets den eigenen Vorteil suche. Der Staat solle deshalb das Gewaltmonopol besitzen und eingreifen, wenn die Ziele des Einzelnen den Interessen der Gemeinschaft entgegenstehen.

Richard Cantillon

1680–1734
Der gebürtige Ire war einer der ersten Denker, der eine Theorie zum Geldkreislauf erarbeitete und dabei auf die Bedeutung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes aufmerksam machte.

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Weiterdenker

David Ricardo

1772–1823
Ricardo entwickelte die Theorie der komparativen Kostenvorteile und kam hierdurch zu der Erkenntnis, dass sich Außenhandel für alle beteiligten Volkswirtschaften lohnen kann.

Jean-Baptiste Say

1767–1832
Say wurde in seinem ökonomischen Denken stark von Smith und dem „Wealth of Nations“ beeinflusst. Er selber ist vor allem durch das „Saysche Theorem“ bekannt, nach dem sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft.

John Maynard Keynes

1883–1946
Keynes erkannte, dass der Markt nicht immer automatisch zu einem Gleichgewicht findet und dass Nachfragelücken entstehen können, die zu Wirtschaftskrisen führen.

Milton Friedman

1912–2006
Der US-Amerikaner gilt als der führende Vertreter des Monetarismus. Er entwickelte die These, dass es zwischen Geldmenge und Inflationsrate eine feste Beziehung gibt.

Karl Marx

1818–1883
Der in Trier geborene und in London gestorbene Karl Marx hat mit seinem Buch „Das Kapital“ zwar ein unvollendetes, aber sehr dynamisches Werk vorgelegt, das die Welt tiefgreifend verändert und polarisiert hat.

Vordenker

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

1670–1733
Hegel betrachtete den Lauf der Geschichte als dialektischen Prozess (These – Antithese – Synthese). Seine Philosophie übte großen Einfluss auf Karl Marx aus

Henri de Saint-Simon

1760–1825
Der Franzose Henri de Saint-Simon zählt zu den Vertretern des Frühsozialismus, die vor Marx – oft utopische – Modelle einer gerechteren Gesellschaft entwickelten und den Liberalismus kritisierten.

François Noël Babeuf

1760–1797
Babeuf war ein französischer Journalist und linksrevolutionärer Politiker. Er gilt als Erster, der den Sozialismus als Politikform vorschlug.

David Ricardo

1680–1734
Der britische Ökonom David Ricardo lieferte mit seiner Werttheorie die Grundlage für die Marxsche Theorie des „Mehrwerts“.

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Weiterdenker

Leo Trotzki

1879–1940
Trotzki war ein russischer Revolutionär und marxistischer Theoretiker und strebte die marxistische Weltrevolution an. Er war Erzfeind Stalins und entwickelte die die Theorie der „permanenten Revolution“.

Lenin

1870–1924
Lenin – eigentlich Wladimir Iljitsch Uljanow – war ein russischer Revolutionär, kommunistischer Politiker und marxistischer Theoretiker. Er gilt als Begründer der Sowjetunion.

Sir Karl Raimund Popper

1902–1994
Karl Popper ist Begründer des kritischen Rationalismus. Er kritisierte Marx wie auch Hegel als „falsche Propheten“ und lehnte die Theorie, dass die Geschichte in Form eines gesetzmäßigen Entwicklungsprozesses stattfindet, ab.

Ernest Mandel

1923–1995
Ernest Mandel war ein marxistischer Ökonom und zeitweise führendes Mitglied der Vierten Internationale. Er entwickelte die die Theorie der „langen Wellen“.

Aller Bilder: Tina Pengel ©Bahn-Media Verlag GmbH & Co. KG


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Der Verfasser des Beitrages, Christian Wiechel-Kramüller, ist Autor des Buches “Von Calvin bis Marx” (WIEKRA WISSEN 2018). Die Idee zu diesem Buch entstand während der Wirtschafts- und Finanzkrise, die 2007 ihren Anfang nahm. Er begann, sich erneut intensiv mit ökonomischen Themen und Theorien, Vordenkern und Ökonomen der Vergangenheit zu beschäftigen – auf der Suche nach Antworten und Modellen, die helfen, sich im komplexen Dickicht des Wirtschaftssystems besser zurechtzufinden. Denn eines ist sicher: Spekulation und Wirtschaftskrisen sind keine Erfindung der Gegenwart …

Autor:

Christian Wiechel-Kramüller

Der Volkswirt Christian Wiechel-Kramüller ist Fachbuchautor, Journalist und Verleger. Kontakt über cwk[at]bahn-media.com

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