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Das Gedächtnis der Nation anzapfen: Die Deutsche Nationalbibliothek

Books at a library

Die deutsche Nationalbibliothek wird nicht ohne Grund als das Gedächtnis der Nation bezeichnet. An den Standorten Frankfurt am Main und Leipzig werden alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen gesammelt. Wir zeigen, wie sich dieser einmalige Fundus nutzen lässt.

Über die deutsche Nationalbibliothek

In der Deutschen Nationalbibliothek werden alle aus Deutschland stammenden Monografien (Bücher), fortlaufend erscheinende Veröffentlichungen (Zeitungen, Zeitschriften, Loseblattwerke), Karten, Musikalien, Tonträger und elektronische Publikationen gesammelt. Die Betonung liegt auf alle, denn per Gesetz sind die Verlage in Deutschland verpflichtet, kostenlos zwei Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern. Seit 2006 gehören auch Netzpublikationen zum Sammelauftrag. Es werden Online-Publikationen wie E-Books, elektronische Zeitschriften, Hochschulprüfungsarbeiten, Musikdateien, Hörbücher und auch Webseiten in die Sammlung aufgenommen.

Obwohl keine Anschaffungskosten für die gedruckten und digitalen Publikationen anfallen, entstehen durch den umfangreichen Sammelauftrag erhebliche laufende Ausgaben. Der aktuelle Sammelbestand liegt bei fast 30 Millionen Einheiten. Als Anstalt des öffentlichen Rechts wird die deutsche Nationalbibliothek aus Mitteln der Staatsministerin für Kultur und Medien mit aktuell 46 Millionen Euro pro Jahr finanziert. Das folgende Video informiert über die Arbeit der Deutschen Nationalbibliothek.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek suchen

Die Suche im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek ist ohne Registrierung für jeden möglich. Durch eine kostenlose Registrierung können weitere Dienste wie der Datenshops oder der Direktversand von Kopien genutzt werden.

Machen wir die Probe aufs Exempel. Nehmen wir an, Sie müssen einer Hausarbeit über das Thema „Employer Branding“ schreiben. Wir gehen auf die Katalogseite der Deutschen Nationalbibliothek und geben den – nicht gerade typisch deutschen – Begriff in die Suchmaske der sogenannten „einfachen Suche“ ein (Abbildung 1).

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Abbildung 1

 

Im Ergebnis erhalten wir 304 Publikationen, die nach verschiedenen Kriterien sortiert werden können (Abbildung 2). Durch Anklicken einer Veröffentlichung erhält man mehr Informationen über die Ressource.

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Abbildung 2

 

Besonders interessant ist es, am heimischen Bildschirm gleich den kompletten Text lesen und herunterladen zu können. Um zu diesen frei zugänglichen Ressourcen zu kommen, müssen wir lediglich die Optionen am rechten Rand nutzen und die Trefferliste entsprechend filtern. Wir aktivieren dazu unter „Alle Standorte“ den Menüpunkt „Online (frei zugänglich)“ (Abbildung 3).

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Abbildung 3

 

Das Resultat sind sechs hochwertige, überwiegend aus dem Wissenschaftsbereich stammende, downloadbare Veröffentlichungen, die alle für die Hausarbeit nutzbar wären (Abbildung 4).

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Abbildung 4

 

Die erweiterte Suche nutzen

Doktorarbeiten sind als Quellen für das wissenschaftliche Arbeiten besonders interessant. Die deutsche Nationalbibliothek verfügt mit der 120.000 Dokumente umfassenden Sammlung Dissonline über die größte nationale Online-Bibliothek für Dissertationen in Europa.

Um speziell Dissertationen zu finden, müssen wir die erweiterte Suche benutzen. Dazu ein kleines Beispiel. Ich möchte mich informieren, welche neuen Dissertationen es im Bereich Marketing gibt. In der Katalogsuche gebe ich dazu bei der „Erweiterten Suche“ unter „Titel“ das Stichwort ein (in diesem Fall Marketing) und wähle im Dropdown-Menü den Punkt  „Hochschulschriftenvermerk“. In das Feld daneben wird „diss*“ (für Dissertationen) oder „habil*“ (für Habilitationen) eingetragen. Der Suchzeitraum wird auf die Jahre 2013 bis 2015 beschränkt. Danach unter dem Reiter „Standorte/Kataloge“ das Häkchen bei „Hochschulschriften“ setzen und fertig ist die Suchanfrage (Abbildung 5).

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Abbildung 5

 

Im Ergebnis erhalten wir 112 Angaben zu den neuesten Doktorarbeiten im Marketingbereich, von denen viele als Online-Ressourcen verfügbar sind. In der Abbildung 6 ist das Suchergebnis (die ersten 3 Dokumente) im Typus „Druckdokument“ dargestellt.

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Abbildung 6

 

 

Fazit

Die deutsche Nationalbibliothek offeriert einen riesigen, frei zugänglichen Fundus an wissenschaftlichen Quellen. Damit sollte der Satz „Ich finde keine Literatur zu meinem Thema“ endgültig der Vergangenheit angehören.

Autor:

Prof. Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Wissenschaftliches Arbeiten und Digitales Marketing sind zwei Schwerpunkte seiner Arbeit.

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