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Regeln für die alphabetische Sortierung von Personennamen im Literaturverzeichnis

Die Regel für die alphabetische Sortierung von Personennamen im Literaturverzeichnis ist eigentlich simpel: Die in einer wissenschaftlichen Arbeit zitierten Autorinnen und Autoren sind anhand des Nachnamens im Literaturverzeichnis alphabetisch aufzulisten. So weit, so gut. Klingt einfach: Fischer, Maier, Schulze und fertig. Aber wie verfährt man mit Umlauten? Und was ist mit Namenszusätzen wie „Mac“, „von“, „de“ oder Adelstiteln (z. B. Graf)? Im Detail ist es dann doch nicht ganz so einfach. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Regeln vorgestellt.

Normen und Regelwerke zur alphabetischen Sortierung

In einem Artikel (Thomas Kunz auf www.typografie.info) beschreibt der Autor die Aufgabe, folgende Namen alphabetisch zu sortieren: Alejandro Lo Celso, Christoffel van Dijck, Dino dos Santos, Eduardo Omar Rodríguez Tunni, Éric de Berranger, Erik van Blokland, Gudrun Zapf-von Hesse, Hendrick van den Keere, Hugo Alexandre Cavalheiro d’Alte, Jacques de Sanlecque, Jan van Krimpe, José Mendoza y Almeida, Luc(as) de Groot, Ludovico Vicentino degli Arrighi, Nicolien van den Keur, Ralph Oliver du Carrios, Renée le Winter, Sjoerd Hendrik de Roos. Keine einfache Aufgabe!

Nicht jeder hat in seiner wissenschaftlichen Arbeit so komplizierte Namen in eine Reihenfolge zu bringen, doch bisweilen kommen in Literaturverzeichnissen „Problemfälle“ vor. Aber zum Glück gibt es ja Regeln und für alles eine Norm :-). In diesem Fall ist es die „DIN 5007-2, Ordnen von Schriftzeichenfolgen – Teil 2: Ansetzungsregeln für die alphabetische Ordnung von Namen“. Der Duden hat unter der Überschrift „Alphabetische Namenslisten“ auch Empfehlungen parat. Insbesondere Bibliotheken müssen Autorennamen in ihren Katalogen alphabetisch sortieren. Logisch, dass es dafür ein Regelwerk gibt: Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken. Einschlägig ist zu diesem Thema auch eine weitere DIN-Norm: DIN 31638, Bibliographische Ordnungsregeln. Hinzu kommen allgemeine Gepflogenheiten, die sich in der Wissenschafts-Community herausgebildet haben (z.B. keine Nennung von akademischen Titeln) und die Citation-Styles, die teilweise auch die alphabetische Reihenfolge regeln (z.B. der Apa-Style). In der Summe also eine ganze Menge Regelwerke, die in Bezug auf Sortierregeln unterschiedliche Vorschriften machen. Daher haben wir 9 Regeln aufgestellt, die für eine durchschnittliche Bachelor- oder Masterarbeit ausreichen dürften. Zuvor aber noch ein paar Anmerkungen zum Zitieren.

Zitieren und Literaturverzeichnis

Die grundsätzlichen, von uns favorisierten Regeln zum Zitieren finden sich im Band 7 (Quellen richtig Zitieren) der „Kleinen Online Bibliothek“ (E-Book) bzw. im Kapitel 7 des Buches Ratgeber wissenschaftliches Arbeiten. http://wissenschafts-thurm.de/publikationen/. Demnach gilt für die Nennung von Quellen im Literaturverzeichnis folgende Grundform:

  • Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel (Reihentitel, Bandnummer). Auflage. Verlagsort: Verlag.
  • Beispiel: Scharf, Andreas; Schubert, Bernd; Hehn, Patrick (2012): Marketing. Einführung in Theorie und Praxis. 5. Aufl. Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Kurzreferenzen zu den Zitiermethoden können in unserem Downloadbereich abgerufen werden:

So, und nun zu den Empfehlungsregeln für die Sortierung im Literaturverzeichnis.

 

Die wichtigsten Regeln für die alphabetische Sortierung des Literaturverzeichnisses

(Hinweis: Die Namen in den Beispielen sind frei erfunden).

  1. Die alphabetische Sortierung erfolgt anhand des Nachnamens. Bei gleichem Nachnamen wird der Vorname herangezogen:
    Meier, Alfred
    Meier, Berta
  2. Bei mehrfacher Nennung eines Autors wird nach dem Erscheinungsjahr in aufsteigender Reihenfolge sortiert:
    Fischer, Alfred (2005)
    Fischer, Alfred (2010)
  3. Sind mehrere Veröffentlichungen eines Autors in einem Jahr zitiert, wird der Titel zur alphabetischen Sortierung verwendet (Artikel im Titel bleiben unberücksichtigt). Ein kleiner Buchstabe an die Jahreszahl dient zur eindeutigen Identifizierung der Quelle in der Arbeit.
    Müller, Heinz (2016a): Die Aristokratie
    Müller, Heinz 2016b): Das Bürgertum
  4. Sind Namen unterschiedlich lang, aber am Beginn identisch, wird der kürzere Name zuerst genannt:
    Schmid, Thomas
    Schmidhuber, Alfred
  5. Ist ein Autor sowohl als Alleinautor als auch mit Ko-Autor vertreten, wird zuerst die Quelle mit dem Alleinautor genannt. Die Ko-Autoren werden zur alphabetischen Sortierung herangezogen (nicht das Jahr):
    Fischer, Alfred (2016)
    Fischer, Alfred und Maier, Claus (2015)
    Fischer, Alfred und Müller, Heinz (2014)
  6. Namenszusätze wie „de“, „Mac“, „von“ werden nach dem Vornamen vermerkt, ­ außer sie sind fest mit dem Namen verbunden:
    McMurphy, Bill
    Reppenstedt, Heike von
    Stone, Jane Mac

    Anmerkung: In den Regelwerken gibt es hierzu unterschiedliche Ausführungen.
  7. Dienstbezeichnungen sowie akademische und Adelstitel bleiben unberücksichtigt:
    NICHT: Pippig, Klaus Prof. Dr. Dr. Graf 
    SONDERN: Pippig, Klaus
  8. Diakritische Buchstaben wie „e´“ oder „è“ (diakritische Buchstaben haben kleine Markierungen wie Punkte, Striche, Häkchen usw.) werden wie Grundbuchstaben behandelt. Nur im Konfliktfall steht der Grundbuchstabe vor dem diakritischen Buchstaben:
    Bar, Egon
    Bär, Egon
  9. Das Eszett wird wie „ss“ behandelt. Bei sonst identischer Schreibweise steht „ss“ vor „ß“:
    Strauss, David
    Strauß, David 

  

Test zur alphabetischen Sortierung

Alles klar? Dann dürfte  unser kleiner Test keine Schwierigkeiten bereiten. Er kann hier heruntergeladen werden: TEST

Es handelt sich um eine Powerpoint-Datei. Bildschirmpräsentation starten und los geht’s. Viel Spaß dabei.


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Autor:

Prof. Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Wissenschaftliches Arbeiten und Digitales Marketing sind zwei Schwerpunkte seiner Arbeit.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Besten Dank für die, dank der hilfreichen Beispiele, gut verständlichen Darstellung. Was mich etwas irritiert, ist der Widerspruch zwischen den Regel 6 und 7. Müsste es am Ende der 7. Regel nicht heißen:

    NICHT: Pippig, Klaus Prof. Dr. Dr. Graf von
    SONDERN: Pippig, Klaus von

    also das „von“ mit erscheinen? Oder bildet „Graf von“ eine Einheit, die dar her als Ganzes entfällt?

    Antworten

    • Schwierige Frage, auf die es vermutlich unterschiedliche Antworten geben kann. Ich sehe es wie folgt: Es gibt mindestens zwei verschiedene „von“. Einmal als Namenszusatz. Dann ist wie in Regel Nr. 6 zu verfahren und das „von“ wird nach dem Vornamen genannt. Also „Heike von Reppenstedt“ wird als „Reppenstedt, Heike von“ im Literaturverzeichnis aufgenommen. Das „von“ kann aber auch zum Adelstitel gehören und dann würde es wegfallen. Im Mittelalter wurde mit dem „von“ vor allem der territoriale Anspruch des Herrschers zum Ausdruck gebracht; wie beispielsweise „Großfürst von Siebenbürgen“. Vor diesem Hintergrund ist unser Beispiel falsch oder zumindest irreführend. Es könnte angenommen werden, dass das „von“ einen Namenszusatz darstellt, und dann müsste es genannt werden, wie Sie Herr Tack es vorgeschlagen haben: „Pippig, Klaus von“. In den Zitierregeln der Uni Münster wird es ähnlich geregelt: „Hildegard Gräfin Schwerin von Krosigk wird zitiert als „H. Schwerin von Krosigk“.(https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/geschichte/ufg/pdf/zitier-regeln.pdf) Ich verändere nun das Beispiel und entferne das „von“, um zukünftigen Missverständnissen vorzubeugen. Nochmals vielen Dank für diesen Hinweis.

      Antworten

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