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Gut geplant – Die ALPEN-Methode

Jura für Einsteiger und Nichtjuristen

Keinen Plan im Studium? Wer dennoch hoch hinaus will, kann es mit der ALPEN-Methode versuchen. Dann ist auch das „Jura-Gebirge“ gar nicht mehr so unüberwindbar.

Da ist man im Studium tagein, tagaus emsig beschäftigt und hat am Ende des Tages dennoch manchmal das Gefühl, nicht wirklich etwas geschafft zu haben. Studium und Privates unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht. Dabei liegt es keineswegs am mangelnden Organisationstalent. Manchmal fehlt es einfach nur an hilfreichen Werkzeugen. Hier kommt die ALPEN-Methode ins Spiel. Mit ihr lässt sich ein Tagesablauf planen. Wie formulierte es doch der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Dwight D. Eisenhower? „Pläne sind unwichtig, aber Planen ist alles“ (mehr zu Eisenhower auch im Beitrag „Prioritäten setzen – Die Eisenhower-Matrix“).

Wer seinem Tag also Struktur geben möchte, sollte die ALPEN-Methode einmal ausprobieren. Das Gute daran: Wie viele andere Werkzeuge des Selbstmanagements eignet sich diese Methode nicht nur für das Studium, sondern auch für die berufliche Praxis. Sich frühzeitig damit zu beschäftigen hilft also auch für später, zumal sie

  • wenig Aufwand erfordert
  • grundlegend für effektives und effizientes Arbeiten ist
  • eine gute Kontrollmöglichkeit für den Umgang mit der eigenen Lebenszeit bietet

Gut vorbedacht - schon halb gemacht (Volksmund)

Die ALPEN-Methode im Studium

Die ALPEN-Methode beruht auf fünf Schritten, die aufeinander aufbauen. Dabei stehen die Buchstaben A, L, P, E und N jeweils für einen Schritt. Und so funktioniert die ALPEN-Methode.

Schritt 1: A wie Aufgaben auflisten

Zunächst einmal muss man sich darüber klar werden, was überhaupt anliegt: Welche Aufgaben sind abzuarbeiten? Gibt es Termine, die einzuhalten sind? Welche sonstigen Aktivitäten sind zu berücksichtigen? In diesem ersten Schritt stellt man alles einmal zusammen. Am besten macht man das schon tags zuvor für den nächsten Tag. Man kann sich also am Abend vorher einfach fragen: Was steht denn morgen alles an (mit „alles“ ist wirklich möglichst alles gemeint). So erhält man eine Art To-Do-Liste. Nur keine Scheu …

Beispiele aus dem Studium:

  • Einkaufen
  • BGB-Vorlesung vorbereiten
  • Lerngruppe
  • Treffen mit Anja
  • Auszeiten gönnen

Schritt 2: L wie Länge festlegen

Nun knöpft man sich die einzelnen Aufgaben und Aktivitäten vor und fragt sich: Wie lang soll das jeweils dauern bzw. wie viel Zeit ist dafür zu veranschlagen? Das erfordert eine erste Schätzung, was mal besser, mal weniger gut klappt. Im Laufe der Zeit werden diese Schätzungen aber immer besser präziser. Hier noch ein paar Tipps dazu:

  • Zeitaufwand: Der sollte von vornherein nicht zu knapp ausfallen.
  • Zeitgrenzen: Die Zeit pro Aufgabe und Aktivität begrenzen; sonst droht die Gefahr, viel Zeit zu vertrödeln. Kann auch Spaß machen, bringt aber nicht viel, wenn etwas zu erledigen ist.
  • Zeitfenster: Die Zeitfenster am besten auch gleich mit genauer Uhrzeit angeben. Das macht alles verbindlicher.

Schritt 3: P wie Puffer einbauen

Pläne sind ja gut und schön. Aber leider sind sie auch mit einer Menge Unwägbarkeiten verbunden. Man kennt das ja: Ein bisschen ist es wie bei der Bahn. Wenn die einmal Verspätung hat und man deshalb den Anschluss verpasst, verschiebt sich alles nach hinten und kann sich ziemlich in die Länge ziehen. Womöglich verpasst man sogar einen wichtigen Termin. Das ist dann besonders misslich.

Die Regel lautet also: Nicht alles Spitz auf Knopf durchplanen. Bei dem ganzen Wust an Aufgaben und Aktivitäten im Studium kann sich nämlich das eine oder andere schon mal leicht dahinziehen. Damit sich dann nicht alles verschiebt, empfiehlt es sich, gleich von vornherein großzügige Puffer einzubauen. Das sind freie Zeitfenster. Sie sind nicht fest verplant, können aber gegebenenfalls genutzt werden. Gewissermaßen eine Absicherung mit doppeltem Boden. Als Orientierung gilt in etwa folgende Faustformel: 60 Prozent der Zeit verplanen, 40 Prozent freihalten. Man sieht: Die Zeitpuffer sind schon recht großzügig bemessen.

Schritt 4: E wie Entscheidungen treffen

Wenn alles aufgelistet und der Plan entworfen ist, hat man immerhin schon einmal einen Überblick. Und jetzt bekommt man vielleicht doch einen Schrecken: „Wie soll ich das denn nur alles schaffen? Mein Tag hat doch nur 24 Stunden“. Genau hier hilft Schritt 4: Hier hat man noch einmal Gelegenheit, sich die Planung vorzuknöpfen und alles zu überdenken. Das gelingt ganz einfach. Man braucht sich dazu nur zwei Fragen zu stellen:

  • Was lässt sich streichen?
  • Was hat Priorität?

Dieser Schritt ist entscheidend, da er dazu zwingt, Farbe zu bekennen. Und gegebenenffalls lässt sich der Plan noch einmal anpassen.

Schritt 5: N wie Nachschau halten

Ein sehr hilfreicher Punkt der ALPEN-Methode: Sie lädt dazu ein, sein Selbstmanagement zu reflektieren und zu hinterfragen. Daraus kann man viel lernen. Denn nach dem Planen ist vor dem Planen. Wer also seinem Tag mit der ALPEN-Methode Struktur gegeben hat, tut gut daran, sich am Ende des Tages einmal zurückzulehnen und entspannt darüber nachzudenken, was gut gelaufen ist und was sich gegebenenfalls verbessern lässt.

  • Waren es zu viele Aufgaben?
  • Wie hat die Zeitschätzung geklappt?
  • Sind einige Aufgaben womöglich noch nicht abgeschlossen?

Wer beispielsweise feststellt, dass Aufgaben oftmals offen bleiben und auf den nächsten Tag übertragen werden müssen, hat hierdurch einen Ansatz, um an den relevanten Stellschrauben zu drehen. Beispielsweise indem man die Menge der Aufgaben reduziert oder am Umgang mit der Zeit bastelt. Insofern hilft gerade der Punkt der Nachschau ungemein dabei, sich im Umgang mit der eigenen Lebenszeit bewusst zu werden (und dieses im eigenen Sinne zu beeinflussen). Am Ende des Tages bleibt so mehr Zeit für die wichtigen Dinge.

Tipps für die eigene Lernstrategie

Die ALPEN-Methode bietet gerade wegen ihrer Einfachheit einen idealen Einstieg in das Selbstmanagement. Sie lässt sich zudem sehr gut mit anderen Ansätzen kombinieren, wie der Eisenhower-Matrix oder dem Pareto-Prinzip.

Wer die ALPEN-Methode ausprobiert, wird oft zweierlei feststellen: Entweder sind es zu viele Aufgaben, die man sich vorgeknöpft hat oder die Zeiteinschätzung lag daneben. Oder auch beides. Was tun? Die Antwort darauf kann nicht darin liegen, noch mehr zu tun, sondern die Aufgaben zu reduzieren und sich dabei den „richtigen“ (weil wichtigen) Aktivitäten zu widmen. Auch hier gilt also: Weniger ist mehr.

Selbstmanagement ist allerdings eine Schlüsselqualifikation. Soll der bewusstere Umgang mit der eigenen Zeit zur Gewohnheit werden, bedarf es eines kontinuierlichen Trainings. Dranbleiben ist auch hier die Devise.

Erfolgsmomente

  • Überblick behalten
  • Sich nicht so schnell verzetteln
  • Zeitdiebe identifizieren
  • Weniger Stress im Studium

Das Wichtigste auf einen Blick

Auf einen Blick: Die ALPEN-Methode

Und wie sind die eigenen Erfahrungen mit dem Planen? Du kennst andere, denen die Anregungen nützen können? Dann teile den Beitrag mit Freunden.

Autor:

André Niedostadek

André Niedostadek ist Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule Harz und Verfasser mehrerer Jura-Lernbücher aus der bekannten "Für Dummies"-Reihe. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @niedostadek.

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