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Raus aus dem Hamsterrad – Das richtige Mindset

Jura für Einsteiger und Nichtjuristen

Im Studium motiviert zu bleiben ist eine Kunst für sich. Manchmal genügt es bereits, sich nicht selbst ein Bein zu stellen. Mit der passenden Einstellung und dem richtigen Mindset klappt’s.

Manchmal fühlt man sich im Studium wie im sprichwörtlichen Hamsterrad: Woche für Woche neue Informationen, die verarbeitet werden wollen. Ach, und dann diese Rechtsfächer: Ein Haufen Paragrafen und jede Menge Details, die einem den Studienalltag manchmal verleiden. Was ist das „Abstraktionsprinzip“, wer behält sich beim „Eigentumsvorbehalt“ was vor (und warum eigentlich?) und wie war das nochmal mit diesem Dingens, na dem … „Anwartschaftsrecht“? Wozu muss man sowas überhaupt wissen? Obendrauf noch diese verflixte Aufgabe, Fälle lösen zu müssen. Kommt Ihnen das so oder so ähnlich bekannt vor?

Oft dreht sich dann vieles um eine Frage: Wie kann man den ganzen Stoff nur aufnehmen. Zwar gibt es verschiedene Lerntechniken. Vieles davon funktioniert auch sehr gut (bewährte Techniken zum Ausprobieren gibt es daher auch hier im „Jura Survival Guide“). Aber so richtig aus dem Hamsterrad heraus findet man trotzdem nicht. Oder gibt es da doch eine Möglichkeit?

Zitat Bottome Schwierigkeiten

Dem Hamsterrad entfliehen

Es gibt tatsächlich einen Weg, den Teufelskreis zu durchbrechen und dem Hamsterrad zu entfliehen. Man braucht dazu nur einmal die Perspektive zu wechseln. Dazu lässt man den Berg an Arbeit, der noch vor einem liegt, einfach für ein paar Minuten links liegen. Dann wendet man sich den Lernvoraussetzungen zu und fragt sich: Stimmen die überhaupt? Eine wichtige, vielleicht sogar die wichtigste Voraussetzung dabei: Das richtige „Mindset“. Wer will, kann diesen englischen Begriff auch ersetzen. Ebenso gut geht Einstellung oder Haltung, und zwar bezogen auf das jeweilige Studienfach und das Lernen. Man sollte das wirklich nicht unterschätzen. Das Mindset (oder eben die Einstellung bzw. Haltung) sind für den Studienerfolg mit entscheidend.

Kleiner Selbsttest zum Mindset

Wie es um das eigene Mindset bestellt ist, lässt sich leicht rausfinden. Dazu genügt eine einfache Frage, die eingangs ja schon anklang. Also nochmals Hand aufs Herz und ohne sich was vorzumachen: Wie ist denn so die Einstellung gegenüber den Rechtsfächern?

  • Sie sind eher aufgeschlossen und neugierig? Glückwunsch! Dann können Sie sich diesen Beitrag eigentlich sparen (oder ihn natürlich trotzdem zu Ende lesen, wenn Sie mehr erfahren wollen).
  • Sind Sie eher skeptisch und haben das Gefühl, Ihnen fehlt der richtige Zugang zu Rechtsfächern? Alles erscheint langweilig, die Stofffülle erschlagend und die Dozenten … naja, Sie wissen schon. Achtung! Wer im Abwehrmodus ist, wird sich zwangsläufig schwer tun.

Ist Jura „nur“ ein Nebenfach im Studium, ist eine gewisse Distanz fast schon normal. Die Gründe dafür sind durchaus vielfältig: Zum einen hat man sich ja eigentlich für etwas anderes als ein klassisches Jurastudium entschieden. Zum anderen gab es in der Vergangenheit womöglich schon schlechte Erfahrungen, etwa in Prüfungen. Das prägt. Was auch immer die Gründe sind: Mit einem solchen Mindset bremst man sich leider selbst schneller aus, als einem lieb ist. Die Motivation rauscht in den Keller. Ängste und Stress können eine weitere Folge sein, ein Teufelskreis entsteht. Das muss nicht so bleiben. Interesse, das eigene Mindset neu zu „programmieren“?

Das eigene Mindset programmieren

Nachfolgend vier Anregungen, um am eigenen Mindset zu feilen. Probieren Sie das eine oder andere einfach mal aus.

Ansprüche anpassen!

Ja, ein Studium ist anspruchsvoll. Ansonsten würde es ja jeder machen. Der eigene Anspruch kann sich ganz maßgeblich auf das eigene Mindset auswirken. Eine Einstellung à la „Vier gewinnt“, „Hauptsache bestehen“ und „Wird schon schiefgehen“ muss nicht unbedingt schlecht sein. Jedenfalls dann nicht, wenn man dem Fach grundsätzlich positiv gegenüber eingestellt ist. Sollte das jedoch  nicht der Fall sein, dann wird aus einer solchen Haltung schnell ein Teufelskreis. Eine Möglichkeit wäre es, die eigenen Ansprüche einfach etwas anzuheben, jedenfalls ein bisschen: „Die nächste Prüfung sollte ein paar Punkte mehr bringen/eine Note besser ausfallen“. Das wäre bereits ein Einstieg. Von dort aus kann man sich immer noch nach weiteren Herausforderungen umsehen.

Positive Fehlerkultur entwickeln!

Im Studium läuft nicht immer alles glatt. Na und? Es wird ja nicht erwartet, dass man alles gleich von Beginn an kann. Und Fehler haben ja ihr Gutes. Aus ihnen lernt man ja bekanntlich am besten. Und überhaupt: Noch ist ja kein Meister vom Himmel gefallen.

Sich von Fehlern oder Misserfolgen ins Bockshorn jagen zu lassen, heißt so manche Chance zur Weiterentwicklung zu verschenken. Eine positive Einstellung, eine eigene Fehlerkultur, ist da ebenfalls hilfreich. Beim nächsten Mal kann man es ja besser machen.

Wer aus Fehlern wirklich lernen will, muss sich ihnen allerdings auch stellen. Dazu gehört z. B. die Einsichtnahme in eine Klausur. Eine Möglichkeit zu lernen, die viel zu selten wahrgenommen wird.

Auf die Sprache achten!

Wie oft versperren wir uns selbst den Weg zu einer positiveren Haltung allein durch unsere Sprache: „Sorry, ich kann jetzt nicht. Ich muss noch dieses und jenes machen“. Müssen muss man aber (fast) gar nichts. Wir haben stets die Wahl auch etwas anderes zu tun.

Wer an seinem Mindset arbeiten will, sollte daher auf seine Sprache achten. Wer sich also dabei ertappt, etwas tun zu „müssen“, kann probieren, das „Müssen“ bewusst durch ein „Wollen“ zu ersetzen. Zum Beispiel beim nächsten Vorlesungsbesuch. Ein sehr einfacher aber wirkungsvoller Trick.

Glaubenssätze hinterfragen!

Hinterfragen Sie insbesondere Glaubenssätze, die Sie vielleicht schon seit langer Zeit mit sich herumschleppen. Die kommen einem meist gebetsmühlenhaft in den Sinn. Beispiele dafür sind etwa

  • „Das ist alles zu kompliziert“
  • „Ich kapiere das nie“
  • „Ich traue mich nicht“

Solche negativen Glaubenssätze drücken ja nichts aus, was in Stein gemeißelt wäre. Ein sehr einfacher Trick, der hier oft empfohlen wird: Relativieren Sie die Aussage: „Das ist alles momentan kompliziert“, „Ich kapiere das bislang nicht“ (oder besser noch: „Alles, was ich tue, bringt mich weiter“). Oder setzen Sie einfach ein „noch“ dazwischen. „Ich traue mich noch nicht“. Wie gesagt: Es muss ja nicht für immer so sein.

Tipps für die eigene Lernstrategie

Die vorgenannten Strategien umzusetzen und eine positivere Einstellung zu entwickeln, bedarf etwas Übung. Ein sinnleeres Mantra wie „Tschakka, du schaffst es!“ bewirkt nicht viel. Am Mindset zu arbeiten bedeutet, sich selbstkritisch zu reflektieren. Dazu muss man bereit sein, bisherige Ansätze zu hinterfragen. Das ist letztlich der Schlüssel zum Erfolg. Das kann durchaus  anstrengend sein. Wichtig ist es allein, die bisherige Schockstarre zu überwinden. Ein bisschen ist es wie das Training beim Sport. Wer sich immer wieder aufrafft, hat gute Chancen, besser zu werden.

Erfolgsmomente

  • Sich entwickeln statt blockieren
  • Fehler als Chancen erkennen
  • Herausforderungen annehmen
  • Wissbegierig und neugierig werden
  • Frust und Niederlagen beherrschen

Das Wichtigste auf einen Blick

Auf einen Blick: Das richtige Mindset

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Autor:

André Niedostadek

André Niedostadek ist Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule Harz und Verfasser mehrerer Jura-Lernbücher aus der bekannten "Für Dummies"-Reihe. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @niedostadek.

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