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Repositorien zur Literatursuche nutzen

Books at a library

Wir haben auf Repositorien bereits in unserem Artikel über digitales Publizieren hingewiesen. In dem vorliegenden Beitrag geht es um die Literatursuche in Repositorien. Insbesondere im Rahmen der Materialrecherche für vertiefende wissenschaftliche Texte wie Bachelor-und Masterarbeiten oder Dissertationen sollte diese Möglichkeit genutzt werden.

Was sind eigentlich Repositorien?

Ein Repositorium (engl. Repository) ist nichts anderes als eine über das Internet zugängliche Datenbank für wissenschaftliche Texte. Gebräuchlich für ein solches „Lager“ ist auch der Name Dokumentenserver oder Digitale Bibliothek.

Wozu dienen sie?

Repositorien dienen der Verbreitung wissenschaftlicher Materialien. Vor allem Forschungsergebnisse sollen weltweit allen Interessenten zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise wird der wissenschaftliche Diskussionsprozess gefördert. Daher sind die Dokumente frei zugänglich (Open Access).

Welche Dokumentenarten werden bereitgestellt?

Neben Abschlussarbeiten und Habilitationen sowie Dissertationen werden auch Forschungsergebnisse, Tagungsbände und Diskussionsbeiträge zugänglich gemacht. Daneben finden sich auch Aufsätze aus Fachzeitschriften, die als Zweitveröffentlichung in Repositorien erscheinen.

Wer betreibt die Repositorien?

Die Datenbanken werden von Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer-Institute) eingerichtet und gepflegt.

Und wie viele dieser digitalen Bibliotheken gibt es in Deutschland?

So genau weiß das niemand, schließlich gibt es kein zentrales Melderegister für Dokumentenserver. Laut einer Erhebung im Jahre 2014 soll es 152 Open-Access-Repositorien geben. In der aktuellen Liste der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation sind es sogar 190 Datenbanken.

Was habe ich von diesem Angebot?

Ganz einfach: Den kostenlosen Zugang zu hochwertigen wissenschaftlichen Informationen, die im eigenen wissenschaftlichen Text zitiert werden können. Besonders vorteilhaft ist, dass die meisten Dokumente im Volltext vorliegen. Im Regelfall ist es ein PDF Dokument, das ohne weitere Formalität herunter geladen werden kann. Unter den Dokumenten sind sehr viele Forschungsergebnisse zu finden, die als Primärquellen in wissenschaftlichen Arbeiten besonders wichtig sind.

Wie finde ich denn die Repositorien?

Im Wesentlichen gibt es drei Zugangswege:

  1. Eigene Hochschulbibliothek
    Die Betreiber der Dokumentenserver bemühen sich um die Zusammenarbeit mit Hochschulbibliotheken. Das Angebot ist von Bibliothek zu Bibliothek verschieden.
  2. Listen und Verzeichnisse
    In Deutschland sind zwei Webportale besonders wichtig: Open Access und die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI). Auf diesem Weg können Repositorien gefunden und direkt angesteuert werden.
  3. Suchmaschinen
    Sofern die Dokumentenserver das „Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting“ (OAI-PMH) bereitstellen, können wissenschaftliche Suchmaschinen die Texte erfassen. Google-Scholar und vor allem Base kommen hierfür in Frage. Da aber nicht alle Repositorien dieses Protokoll verwenden, werden auch nicht alle Texte erfasst. Umgekehrt finden sich in den Suchergebnissen – insbesondere bei Google-Scholar – nicht nur Texte aus Repositorien. Wir empfehlen Base für die Suche in Dokumentenservern.

Können wir mal ein Praxisbeispiel machen?

Na klar, kein Problem. Angenommen es geht um eine Bachelorarbeit über ökonomische und soziale Aspekte der Migration nach Deutschland. Wir sind nur an aktuellen wissenschaftlichen Texten interessiert (2012 – 2015). Im Portal Open Access gehen wir über fachspezifische Inhalte und wählen Wirtschaftswissenschaften. Dort sind mehrere Recherchemöglichkeiten genannt. Wir entscheiden uns für EconBiz und geben in die Titelsuche „Migration AND Germany OR Deutschland“ ein und grenzen den Zeitraum entsprechend ein. Wir setzen das Häkchen bei „nur freie Volltexte“. Im Ergebnis erhalten wir 1051 Quellen, die aber nicht alle einschlägig sind. Durch Filtereinstellungen können wir die Suche noch verfeinern. Wir wählen bei „Unterthemen / Schlagworte“ den Begriff „Migration“ und kommen so zu 13 interessanten Dokumenten nationaler und internationaler Forschungseinrichtungen. Die Ergebnisse werden übersichtlich dargestellt und mit einem Klick kann das Dokument heruntergeladen werden (siehe Abbildung).

Repositorien

 

Fazit

Repositorien sind eine gute Möglichkeit wissenschaftliche Quellen zu recherchieren. Hier können Forschungsergebnisse ausfindig gemacht werden, die sonst nirgendwo gelistet sind. Der Zugang ist frei, kostenlos und unkompliziert.

 

 

Autor:

Prof. Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Wissenschaftliches Arbeiten und Digitales Marketing sind zwei Schwerpunkte seiner Arbeit.

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