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CampusKids und ForschungsKita: Die Forscher von morgen schon heute begeistern

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Die vierjährige Hanna* ist begeisterter Fan des Erdbeerpflückens. „Mhhmm“, sagt sie, und greift sich die nächste reife ­­Frucht. „Hast du gewusst“, fragt sie, „dass das eigentlich Nüsse sind?“
Mit ihren vier Jahren ist Hanna unheimlich gut informiert und mutig. Sie scheint keine Angst vor neuen Erfahrungen und Menschen zu haben. Ich bin richtig begeistert: Wieso ist das so?

Im Rahmen der Blogserie Third Mission, unterhalte ich mich darüber mit Anika Naß und Katja Czech von der CampusKita und dem Projekt ForschungsKita.

„Die Kinder treffen bei uns ständig auf neue Leute und werden mit unbekannten Dingen konfrontiert, in einem sicheren Umfeld. All unsere Mitarbeiterinnen haben einen wissenschaftlichen Hintergrund und stehen Neuerungen nicht nur offen gegenüber, sie forcieren sie auch. Das ist es, das sind Dinge, die uns von anderen Kitas unterscheiden“, erklärt mir Anika Naß

Kinder entdecken Wissenschaft.
Quelle: ForschungsKita/ CampusKids.

ForschungsKita und CampusKids – was ist das?

Anika ist Mitarbeiterin der Kita CampusKids des Studentenwerks Halle. Einem Best-Practice-Beispiel für erfolgreiche Studierendenprojekte. Denn genau das waren die CampusKids in ihren Anfängen: Ein Projekt von Studierenden, für Studierende. Viele Studis hatten Probleme ihre Kinder während der Vorlesungszeiten sicher und gut unterzubringen. Durch dieses Projekt sollte damit Schluss sein. Mit der Zeit wurde die Einrichtung immer wichtiger und gewann an Zuwachs. 2018 wurden durch das Forschungsprojekt TransInno_LSA mit dem Teilvorhaben ForschungsKita die CampusKids, auch auf wissenschaftlicher Ebene in die Hochschule eingebunden. Die Einrichtung erreicht damit eine zusätzliche, über eine reine Betreuungseinrichtung hinausgehende, Bedeutung. Seit 2020 sind die CampusKids dem Studentenwerk Halle zugeordnet und damit erfolgreich über den Projektstatus hinausgewachsen.

Campus der Hochschule Merseburg.
Quelle: ForschungsKita/ CampusKids.

Das Teilvorhaben ForschungsKita will die Verknüpfung zwischen Hochschule und Kita weiter forcieren. „Wir wollen, dass die Partnerschaft zwischen Kita und Hochschule gelebt wird – in bidirektionaler Weise. Die Kids sollen die Hochschuleinrichtungen wie selbstverständlich nutzen können und die Studierenden sollen ihre Projekte von ganz allein in der Kita umsetzen können“, erklärt Katja Czech, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts ForschungsKita.

Wie sieht die Verknüpfung zwischen Hochschule und Kita aus?

Auch derzeit besteht schon eine, historisch gewachsene, enge Verknüpfung zwischen Hochschule und Kita. Auf der einen Seite wirken Studierende und Wissenschaftler*innen in der Kita – durch Praktika, Projekte oder Abschlussarbeiten. Auf der anderen Seite profitieren die Kinder vom Abenteuer Wissenschaft.

Was ist das bloß? Die Welt neu entdecken.
Quelle: ForschungsKita/ CampusKids.

„In der Kita können Studierende aus allen Fachbereichen und Studiengängen unterschiedlichste Projekte durchführen. Im Moment steht das Thema Medienarbeit im Kita-Alltag im Fokus.

Medienarbeit in der Kita.
Quelle: ForschungsKita/ CampusKids.

Durch unsere enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Merseburg und Studierenden aus den unterschiedlichsten Studiengängen, bekommen die Kinder zudem die Möglichkeit, die Welt der Wissenschaft niedrigschwellig und immer wieder neu zu entdecken“, erklärt Katja Czech.

Die Wissenschaftler von morgen begeistern.
Quelle: ForschungsKita/ CampusKids.

Besonderheiten der CampusKids und der ForschungsKita

Die Integration des wissenschaftlichen Alltags in das Kitaleben ist die wohl wichtigste Besonderheit der CampusKids. Ebenfalls erwähnenswert ist allerdings der hauseigene Koch, der den Kindern täglich frisches und gesundes Essen zubereitet und sie dabei in den Herstellungsprozess integriert.

Obst- und Gemüsegarten der Kita.
Quelle: ForschungsKita/ CampusKids.

„Unsere Kita besitzt einen eigenen Obst- und Gemüsegarten, der von unserem Koch unterhalten wird. Dort erntet er, gemeinsam mit den Kindern, frische Produkte für die Küche. Die Kinder bekommen die Möglichkeit sich ihre Mahlzeiten auszusuchen. Von allen Gerichten haben wir Bilder digital gespeichert, aus denen die Kinder wählen können“, beschreibt Anika Naß.

Gesunde Ernährung leicht und wie selbstverständlich gelernt – ein guter Schritt, Kochen wieder cool zu finden.

Wie gebt ihr euer Wissen an andere weiter?

Obwohl das Projekt ForschungsKita an sich ein gelungenes Beispiel für Forschung außerhalb des Elfenbeinturms ist, hört dessen Arbeit an dieser Stelle nicht auf.

„Wir arbeiten mit verschiedenen anderen Kitas zusammen und auch mit anderen sozialen Einrichtungen, um das Konzept in die Welt zu tragen und so einen Mehrwert für andere zu bieten“, erklärt mir Katja Czech.

Die ForschungsKita, unterstützt von den CampusKids, sind ein erfolgreiches Beispiel für die wie selbstverständlich erfolgende Verknüpfung der wissenschaftlichen Welt mit dem alltäglichen Leben. Hier bereichern sich beide Seiten stetig gegenseitig, unterstützen und respektieren einander.

ForschungsKita und CampusKids sind ein Projekt und eine Institution, denen man wirklich nur wünschen kann: Macht so weiter und habt weiterhin viel Erfolg!

* Person von der Autorin erfunden.

Autor:

Rebecca Spaunhorst

Rebecca Spaunhorst studierte Technisches Innovationsmanagement (M.Eng.) an der Hochschule Harz. Seit 2018 ist sie in im Forschungsprojekt TransInno_LSA angestellt, einem Verbundprojekt der Hochschulen Harz, Magdeburg-Stendal und Merseburg im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ des BMBF. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Aufnahme, Bewertung und Förderung von Third-Mission-Aktivitäten.

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