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Mehr als eine kolloidal stabile Polymerdispersion

LaTeX  Professioneller Textsatz in Haus-, Seminar- und Abschlussarbeiten

Nicht nur das Schreiben eines wissenschaftlichen Textes, sondern auch dessen korrekte Formatierung, stellt eine nicht unwesentliche Herausforderung jedes Studiums dar. In der Regel sind bei der Erstellung einer Haus-, Seminar- oder Abschlussarbeit zahlreiche Vorgaben zu berücksichtigen – Vorgaben, die sich wiederum erheblich von Vorlesung zu Vorlesung unterscheiden können. Diese erstrecken sich von der Formatierung von Fußnoten, Literaturangaben und Bildunterschriften über Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstände und Seitennummerierung bis hin zum Aufbau von Inhalts-, Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnissen. Nicht wenige Studierende erzählen leidvolle Geschichten von durchwachten Nächten kurz vor einem Abgabetermin, in denen immer wieder neue Fehler in der Formatierung auftauchten, Textabsätze und Tabellen verrutschten oder Bilder und die zu diesen gehörenden Bildunterschriften plötzlich auf unterschiedlichen Seiten zu finden waren.

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Die Ursache für solche Probleme ist in den meisten Fällen in der verwendeten Textverarbeitungssoftware bzw. im Umgang mit dieser zu suchen. Der große Siegeszug des sogenannten „What you see is what you get“-Prinzips Ende der 1990er Jahre hat dazu geführt, dass heute sowohl die inhaltliche Erarbeitung von Texten als auch deren Formatierung üblicherweise in der gleichen Softwareumgebung stattfinden. Dies ist auf der einen Seite durchaus bequem, bekommt man so doch bereits beim Schreiben des Textes eine Vorstellung davon, wie das fertige „Endprodukt“ aussehen wird. Bedauerlicherweise führt es auf der anderen Seite aber auch dazu, dass die eigentlich wichtigere Arbeit am Text und die dieser eher nachgestellten Arbeit am Layout auf ungesunde Art und Weise miteinander verschmelzen – und am Ende sitzt man dann verzweifelt vor dem Bildschirm, nachdem das Einfügen eines zusätzlichen Textabsatzes auf Seite 5 die zuvor mit viel Feinarbeit präzisierte Ausrichtung der Grafiken und Tabellen auf Seite 27 mit einem Schlag zunichte gemacht hat.

Erfreulicherweise gibt es mit dem von Informatik-Urgestein Donald „Don“ Knuth entwickelten Textsatzsystem Tex sowie dem auf diesem aufbauenden Softwarepaket LaTeX von Leslie Lamport (LaTeX = Lamport Tex) eine Abhilfe, die es gestressten Schreiberinnen und Schreibern gestattet, Textarbeit und Layout vollständig voneinander zu trennen und sich während des Schreibens wieder ganz auf den eigentlichen Text konzentrieren zu können.

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Wie aber funktioniert das konkret? Da es sich bei LaTeX um eine Auszeichnungssprache handelt, lässt sie sich gut mit dem vielen Leserinnen und Lesern vermutlich besser bekannten HTML vergleichen. Will man etwa in HTML ein Wort kursiv darstellen, so muss man es mit einem öffnenden <i>-Tag und einem schließenden </i>-Tag (für „Italic type“) umschließen:

In diesem Satz wird das vorletzte Wort <i>kursiv</i> dargestellt.

Die LaTeX-Entsprechung besteht in dem Auszeichnungselement \textit{}, mit welchem ein Text zu kennzeichnen ist, der im zu erzeugenden Dokument kursiv dargestellt werden soll:

In diesem Satz wird das vorletzte Wort \textit{kursiv} dargestellt.

Skeptiker werden sich an dieser Stelle mit Recht fragen, worin nun eigentlich die Verbesserung gegenüber einer Textverarbeitungssoftware bestehen soll, in der man ein Wort markieren und mit einem einfachen Mausklick in kursive Schrift umwandeln lassen kann. Der große Vorteil einer Auszeichnungssprache wie LaTeX zeigt sich in der Tat erst bei der Formatierung variabel darstellbarer Textelemente, wie etwa von Überschriften, Bildunterschriften, Literaturangaben oder Fußnoten. Diese muss man während der Erarbeitung eines Textes nämlich einfach nur noch als solche kenntlich machen – und kann dann später zentral festlegen, wie genau sie formatiert werden sollen.

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Konkret bedeutet dies, dass man während des Schreibens lediglich festhalten muss, dass es sich bei diesem Textelement um eine Zwischenüberschrift und bei jenem um eine Fußnote handeln soll, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, dass Zwischenüberschriften in Arial fett 14pt dargestellt und Fußnoten jeweils um zwei Zeichen eingerückt werden sollen. Diese Festlegung trifft man vielmehr hinterher (oder vorab) für das gesamte Dokument – und kann sich dann auch ganz sicher sein, dass jede Zwischenüberschrift und jede Fußnote exakt identisch und damit regelkonform dargestellt werden.

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Neben dem offensichtlichen Vorteil eine solchen Systems – man kann sich während des Schreibens ausschließlich auf den Text konzentrieren und muss sich keine Gedanken über die Form machen – bietet LaTeX noch eine ganze Reihe von Eigenschaften, die es für Studierende geradezu zu einem idealen Schreibwerkzeug machen. Zunächst einmal ist nicht nur LaTeX, sondern auch der Großteil an Editoren und Zusatzsoftware kostenfrei verfügbar und entlastet damit den studentischen Geldbeutel. Darüber hinaus ist LaTeX plattformunabhängig und äußerst anspruchsarm – kann also auch auf älteren PCs, Macintoshs oder Linux-Rechnern noch problemlos betrieben werden. Ein wesentlicher Vorteil besteht auch in der Möglichkeit, LaTeX über die Zusatzsoftware BibTeX mit gängigen Literaturverwaltungsprogrammen wie Citavi, Jabref, Docear oder Mendeley zu verbinden und damit die Erstellung von – ebenfalls wieder ganz genau nach den Vorgaben des Professors bzw. der Professorin formatierten – Literaturverzeichnissen in großen Teilen zu automatisieren. Und nicht zuletzt sehen die mit LaTeX erstellten Dokumente auch noch schlicht und ergreifend besser und professioneller aus, als die meisten Erzeugnisse gängiger visueller Textverarbeitungsprogramme.

Natürlich ist jedes System auch mit Nachteilen verbunden, die an dieser Stelle nicht verschwiegen werden sollen. Zu diesen gehört insbesondere, dass man als LaTeX-Neueinsteigerin oder -Neueinsteiger viel Zeit in das erste Dokument und in das Erlernen der Auszeichnungselemente investieren muss, wobei insbesondere die erste größere Tabelle erfahrungsgemäß einiges an Nervenkraft kosten wird – und auch das Anlegen eigener Dokument- und Formatvorlagen wird gerade am Anfang noch sehr viel Zeit verschlingen.

Trotz der durchaus steilen Lernkurve, lohnt sich die Beschäftigung mit LaTeX aber ungemein – und dank vieler guter Bücher und Online-Tutorials sowie zahlreicher benutzerfreundlicher (und kostenfreier) Editoren wie TeXstudio und Texmaker, muss man sich auf dem Weg vom „Word-Typisten“ zum „LaTeX-Profi“ auch keineswegs alleingelassen fühlen. An vielen Hochschulen werden darüber hinaus regelmäßig LaTeX-Einstiegskurse – nicht selten sogar „von Studierenden für Studierende“ – angeboten.

Illustration: Ellen Burgdorf auf Basis von bikablo.

Autor:

Christian Reinboth

Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und einer der Mit-Gründer der HarzOptics GmbH, einem An-Institut der Hochschule Harz. Die Entwicklung und Planung umweltfreundlicher Beleuchtung sowie die statistische Datenanalyse sind wesentliche Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar

    Moin Christian,
    ich kann dir nur beipflichten. Würde aber ein paar Punkte noch hervorheben. 1. Der Umgang mit Formeln und dessen Darstellung. 2. Bei Abschlussarbeiten investiert man dann Zeit in das Programm, wenn diese noch vorhanden ist, am Anfang. 3. Gute Dozenten haben ein Template für die Erstellung von Abschlussarbeiten. Dann muss man sich keine Sorge um das Deckblatt, die richtige Foramtierung etc. machen und kann sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren.

    Antworten

    • Christian Reinboth

      @Matthias: Völlig richtig. Wobei ich spontan noch ergänzen möchte: Ebenso wie LaTeX-Templates für Abschlussarbeiten von Dozentinnen und Dozenten würde ich mir viel öfter auch Templates für Paper, Konferenzbände oder auch Förderanträge wünschen. Es wäre wirklich eine Wohltat (und nicht nur fürs Auge)…

      Antworten

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